Ticket-Hotline: 040-343044 (Theaterkasse Schumacher)

SUCHE  

Chor des Monats: Oktober 2016

Juhu, es ist wieder Konzertsaison. In vollem Gange. Die Clubs rocken wieder täglich. Was war denn bitte im Oktober in Hamburg los? All das zum Beispiel:

*** Dritte Wahl (01.10., Große Freiheit 36) Wow, Dritte Wahl sind echt bekannt geworden. Vor der Halle regt sich ein Punker auf: „Damals habe ich noch zehn Mark für die bezahlt!“ Aber was soll man machen, Qualität setzt sich halt durch. Und schließlich gibt es ein Jubiläum zu feiern: 20 Jahre „Nimm drei“ – ein prägendes Punk-Album der Neunziger. Wie schön, das einmal in voller Länge live erleben zu können. Toller Abend, Tränchen in den Augen und nicht mal an Konfetti wurde gespart. (dar) *** Hamburger Küchensessions Festival (02.10., Knust) Erneut hat Hamburgs liebster Chefkoch eine bunte und vielseitige musikalische Mischung für sein Festival bereitgestellt, in der es von Singer/Songwriter über Deutschpop bis Hip Hop für jeden Geschmack schönes zu entdecken gab. Zusammengehalten durch die tolle Moderation durch Linus Volkmann, und abgerundet durch die tolle Küche, war auch das Küchensessions Festival 2016 erneut ein absoluter Gaumenschmaus. (nsc) cdm1016_hisclancyness*** His Clancyness (03.10., Clubheim im Schanzenpark) Autsch! Dass eine so tolle Band in Hamburg, angeblich eine Musikstadt, ernsthaft vor gut 10 Besuchern spielen muss, ist nicht weniger, als eine Schande. Die Band machte das Beste daraus und spielte viele Songs vom brillianten neuen Album „Isolation Culture“, plus ein paar vom Debut. Immerhin haben wohl gut 80% der Besucher danach noch Geld am Merchstand da gelassen, das kann auch nicht jede Band von sich behaupten. (nsc)

*** Augustines (04.10., Uebel & Gefährlich) Bestes. Konzert. Des. Jahres. Diese Band will nicht aufhören und schiebt das Ende von Song zu Song weiter hinaus bis über 2 h voll gemacht sind. Alle Hits, selten gespielte Songs, viel Quatsch, Zugaben auf Zuruf, akustische Einlage ganz ohne Verstärker. Dazu eine Spielfreude, die sich aufs Publikum überträgt. Wäre doch jedes Konzert so! #boomboomdiscotechnopartey (eh) cdm1016_witchingwaves*** Witching Waves (5.10.2016, MS Hedi) Was man macht, wenn einem der Basspieler kurzfristig abhanden kommt? Lauter! Witching Waves spielen einfach als Duo und blasen uns freundlich, aber bestimmt die Gehörgänge frei. Und das mit viel Spaß! (nsc) *** OVE (06.-09.10., Michelle Records, Silbersack) Die Ove-Albumrelease-Festspiele starten mit einem launigen Schaufensterkonzert und enden am Sonntag Abend im Silbersack mit einem Cover von Karl Moik. Dazwischen: Viele gespielte Songs, Kegeln und Musizieren mit Fans und Freunden auf der Kegelbahn, sowie das ein oder andere Bier. Dabei darf keinstenfalls vergessen werden, was für ein funkelndes Kleinod OVEs „Ich will mir nicht so sicher sein“ geworden ist. (nsc) *** The Rifles (06.10., Logo) Was war da denn los? The Rifles spielen sich so gelangweilt durch ihr Set und entdynamisieren selbst eigentlich sichere Hits, so dass wir sogar vor der Zugabe gegangen sind. Dass die dann noch ganz gut ausgefallen sein soll, rettet an dem Abend allerdings auch nichts mehr. (nsc)

20161008_205021*** Frank Carter + God Damn (08.10. Hafenklang) Hell Yeah. God Damn aus Mittelengland rocken gut mit langhaariger Metal Attitüde und crazy Keyboarder den Laden warm. Gott Frank Carter, dann im dandy-esken Blumenanzug, haut alle um. Sogar alte Feinde im Publikum werden umarmt. Minutenlang wird er vom Publikum an den Beinen in die Höhe gehalten, und dann alle so: Circle Pit! Dann noch Autogramme und Fantalk, ohne Pause, direkt von der Bühne zum Merchandise Stand. Nochmal! (tk) *** Tom Schilling & The Jazz Kids (08.10. Kleiner Donner) Er kann singen, er macht schlaue Ansagen und huch, er ist ja sogar sympathisch! Obwohl quasi nur ein Lied bekannt war, war es wirklich schön. Sollte man sich merken! Ach und „Oh Boy“ gab’s auch noch als Zugabe. (eh) cdm1016_studiobraun*** Studio Braun (11.10., Fabrik) Fällt das überhaupt unter Konzert? Naja, zumindest wurde auch musiziert. Einen durchwachsenen Abend liefert das Trio aus Schamoni, Palminger und Strunk zum Release des Karriere umfassenden Buches „Drei Farben Braun“ an diesem Abend ab. Teilweise sehr unterhaltsam, gerade in der zweiten Hälfte aber nur noch ein aneinandergepapptes Sammelsurium von Theaterstück-Auszügen und Liedern, die nicht gerade zum besten gehören, was das Studio in den vergangenen Jahrzehnten abgeliefert hat. Manchmal wünscht man sich da einfach auch ihre alte Telefoncomedy zurück. (nsc)

*** Retro Stefson (12.10., Molotow) Schon wieder ein Abschied. Dieses Mal mit wohl einer der besten isländischen Live-Bands. Da wird gesprungen, getanzen, mit den Armen gewedelt und geklatscht – egal, hauptsache das Publikum macht mit und hat Spaß. Hat Spaß gemacht! (eh) *** Dune Rats + DZ Deathrays (12.10., Hafenklang) Rotziger Surfpunk aus Australien geht immer. Also blind das Ticket besorgt und zum Hafenklang gedüst. Erwartungsgemäß brannte dort die Luft. Man konnte zwar nicht wirklich unterscheiden, wer nun Dune Rats oder DZ Deathrays waren, aber das war egal. Beide Bands haben die Meute zum Toben gemacht. (dar) *** All Them Witches (12.10., Logo) Psychedelic-Stoner-Retrorock ist zwar recht populär derzeit, aber ich dachte, All Them Witches seien noch ein Geheimtipp. Denkste. Das Logo ist so brechend voll, dass man den Sauerstoffmangel durch Bierbefüllung ausgleichen muss, was schwierig ist, weil man dafür zur Bar vordringen muss. Das tut der Stimmung aber keinen Abbruch. Das vom Band eingespielte „Dr. Greenthumb“ von Cypress Hill als totales Stilbruch-Intro sorgt schonmal für Erheiterung. Dann spielen ATW ihr Ding voller Hingabe und werden nach jedem Song bejubelt, als ob sie Freibier ausschenken würden. Nach der Show wird ihnen das Merch aus den Händen gerissen. Gute Arbeit, Jungs! (df)

the-beards-okt-knust*** The Beards (13.10., Knust) Das war’s. Die australische Band The Beards ist auf Farewell Tour. Emotionaler Stop in Hamburg. Es werden noch einmal kräftig die Bärte gekrault und die Lieder über Bärte mitgesungen. Super Stimmung von der ersten Minute. Das Publikum verschenkt keinen Moment. Man steht am Ende da und fragt sich, wie es ohne die lustige Truppe weitergehen soll. Sie haben einfach einen riesigen Unterhaltungswert. Schön, noch einmal in den Genuss gekommen zu sein. (cR) *** Ultimate Painting (14.10., Aalhaus) Näher als in dieser Eckkneipe kommt der Fan den Musikern selten. Direkt vor dem Bühnengang noch am Tresen über Rotwein fachsimpelnd, die Platten, CDs und Kassetten! schon vorweg verkaufend. So sympathisch und trotzdem zurückhaltend sind Ultimate Painting aus London. Auf der Bühne dann entzückend melancholisch schleppend, bis hin zu tanzbarem Gitarrenzauber. Die Bühnenpräsenz unscheinbar, musikalisch aber Richtung Meister. Nächstes Mal sicher im größeren Rahmen. (tk) *** The Spitfires (14.10., Monkeys) The Spitfires sind noch immer unverständlicherweise kaum bekannt. Nur im Hamburger Monkeys findet sich bei jeder Show ein zuverlässiges Publikum ein, um die Engländer abzufeiern, wozu auch das zweite Album „A thousand Times“ erneut einen hervorragenden Soundtrack abliefert. Musikalisch verwurzelt zwischen The Jam und den Housemartins, die am Ende sogar gecovert wurden, war das erneut ein famoser Abend. (nsc) *** MAXIM (14.10., Rolf-Liebermann-Studio) Es sollte ein N-Joy Geheimkonzert sein, klein und fein. Mit fast 400 Ticketgewinnern wurde die Freude darauf leicht getrübt. Musikalisch allerdings war MAXIM großartig, was nicht zuletzt der Akustik des Rolf-Liebermann-Studios geschuldet war. Im Anschluss wurden noch zahlreiche Fragen gestellt und MAXIM war bei der Beantwortung kaum zu bremsen. Trotz größerem Rahmen ein recht persönlicher musikalischer Abend. (tki)

*** The Wedding Present (16.10., Hafenklang) Mit der neuen Platte „Going, Going“ haben The Wedding Present wieder zu alter Stärke zurück gefunden, auch wenn sie es ihren Hörern mit einem unnötigen Konzept (diverse Instrumentaltracks zu Beginn der Platte, zu jedem Song ein Film) nicht leicht machen. Doch davon darf man sich nicht täuschen lassen und zum Glück spielt dieses Konzept an diesem Abend genau keine Rolle. Im Gegenteil: Die neuen Songs fügen sich hervorragend zwischen Klassikern wie „Give my love to Kevin“ oder „Dalliance“ ein und die Band serviert uns einen prächtigen Abend, den sie , wie immer, mit den Worten „Wirr sspillen kaine Ssugaben“ beendet . (nsc) cdm_thecure*** The Cure + The Twilight Sad (17.10., Barclaycard Arena) TheTwilight Sad, wieder eine der Bands, die im Molotow dichter und wuchtiger in die dark-hearted Seelen der Fans wummern. Aber auch vor Tausenden klar machen, hier sind wir, mit unserer schottischen Dunkelheit, und wir freuen uns, wenn es Euch gefällt. The Cure auf der Bühne und viele andere mit mir sind wieder süße 16. Bandmitglieder weniger fit als damals und das Haar und die Stimme dünner. Egal, auch egal das die Arena nervt. The Cure! „October, i’m in love“.(tk) *** The Cure (17.10., Barclaycard Arena) Alle paar Jahre wieder kommt der Robert mit seiner Combo vorbei und spielt uns seine alten Lieder vor. Da kommen dann die Grufties mit den Radio Hamburg – Hörern zusammen und feiern volle drei Stunden ein Best of mit einer Band, die es schon lange nicht mehr nötig hat, noch neue Platten aufzunehmen. Tatsächlich hätte man das Set sicher auch um den ein oder anderen Song erleichtern können, aber ein Cure Konzert unter drei Stunden (plus Support von The Twilight Sad) ist andererseits auch nicht vorstellbar. (nsc)

*** Roosevelt (18.10., Uebel & Gefährlich) Ach, was war das schön, auf dem diesjährigen Appletree Garden Festival. Roosevelt konnte trotz Regen den Sommer in unsere Herzen zaubern. Im Club war die Sache schon etwas schwieriger. Das reichlich steife Publikum wurde an diesem Dienstagabend nicht wirklich warm mit dem groovenden Elektro-Sound des Kölners. Schade. Das nächste Mal dann wieder draußen. (dar) *** Kissin Dynamite (22.10., Knust) Wenn ich als Enddreißiger den Altersdurchschnitt nach unten ziehen will, dann muss ich normalerweise zu AC/DC oder ZZ Top gehen. Dass die jungen Hairmetal-Schwaben aber auch eine Menge altgediente Hardrock-Fans anziehen spricht wohl eindeutig für ihre Authentizität. Und die Stimmung auf dem Konzert spricht für ihre Qualität. Die Songs sind einfach geil, das Mitgröhlen macht Spaß und in Sachen Optik und Posen stehen sie den alten Meistern in nichts nach. Saucoole Show. Punkt. (df) *** Cardinal Sessions III (22.10., Molotow) Ziemlich durchwachsene Veranstaltung. Die tollen Phoria müssen schon vor 19:00 Uhr auf der Bühne stehen und sind mit ihrem Set durch, als der Club noch nicht einmal halb voll ist. Eine Moderation gibt es nicht, ein Zeitplan hängt irgendwo lieblos an der Wand und macht klar: Die Hälfte der Konzerte findet im Keller statt, der natürlich viel zu klein für die Menge der Besucher ist. So bekommt man von vielen Bands kaum etwas mit. Immerhin liefern Leoniden ein sehr tolles Set ab und machen einmal mehr klar, dass sie zu einer der besten Livebands des Landes reifen. Der Rest? Keine Ahnung. (nsc)

The Lion And The Wolf | Foto: Doreen Reichmann*** The Kills + Georgia (23.10., Große Freiheit 36) Georgia, oder auch das weibliche Pendant zu „Animal“ dem crazy drummer der Muppets. Sie slamm-ed, sie drumm-ed, sie rockt und lässt manch altgesottenen Kills-Fan offenen Mundes in die Freiheit schlendern. Geniale Musikerin, bitte bald alleine und länger. The Kills, einen besseren Bandnamen können die Beiden nicht haben. It kills me, wie VV (Moshart) und Hotel (Hince) mit den Saiten kokettieren. Der Drummer vervollständigt das grandiose Bühnenspiel. Wenn Hince dann noch in Mosharts Schulter beißt, während sie singt und alles so aussieht als passiert das nur im Hier und Jetzt und trotzdem alles so perfekt klingt und kreischt als wäre die Show jahrelang geübt, so soll es sein. Sound hin oder her, das war sehr gut. (tk) *** Georgia + The Kills (23.10., Große Freiheit) Im vergangenen Jahr war Georgia noch mit voller Band in Hamburg, heute kommt sie als Duo daher und spielt in erster Linie neue Songs, sowie ein paar vom Debut in Remixversionen. Selten, dass ein Support so gut beim Publikum ankommt. The Kills selbst sind natürlich eine Bank: Alison Moshart dreht wie ein Tiger im zu engen Zwinger ihre Runden auf der Bühne, kreischt, singt, flüstert und verrenkt sich dabei unentwegt in alle Himmelsrichtungen, Jamie Hince hat dazu die vielleicht besten Gitarrensounds, die man seit langer Zeit hören konnte. Bei mir stellt sich trotzdem nach einer Weile etwas Überdruss ein, da die Songs sich einfach zu sehr ähneln, aber das ist meckern auf hohem Niveau. (nsc) *** The Lion And The Wolf (25.10., Hafenklang) Anlässlich der Veröffentlichung ihres neuen Albums sind The Lion and The Wolf in Hamburg und stellen eben dieses vor. In voller Bandbesetzung gibt es die schnelleren Songs, akustisch spielt Tom George die ruhigeren Songs. Das beste aus both worlds sozusagen. Funktioniert hervorragend und so hinterlassen sie viele glückliche Gesichter. (dr)

Foto: Tanja Kilian*** Von Brücken (27.10., Stage Club) Sprachlos. Leise, reduziert und akustisch alles rausgeholt. Wenn Begeisterung einen Namen trägt, in diesem Fall Von Brücken. Sänger Nicholas Müller war wie ausgewechselt. Bei der letzten Tour noch eher abgegrenzt, erzählte er diesmal viele persönliche Geschichten, konnte dabei Nähe zulassen, die ihm sichtlich gut tat und war auch für den ein oder anderen Schnack mit der ersten Reihe zu haben. Highlight des Abends war allerdings Anne de Wolff, die mit ihrer Geige Gänsehaut  erzeugt hat. (tki) *** Digitalism (28.10., Gruenspan) Endlich mal wieder stampfen. Digitalism brauchten zwar zwei, drei Songs Anlauf, um den Besuchern im Gruenspan die Beine zu lockern, aber dann ging es rund. Trotzdem ist das Duo ein klassischer Festival-Act, bei dem man am Ende eines Tages noch mal alles gibt. Den Abend mit Auf-die-Zwölf-Elektro zu beginnen, war für mich dann doch etwas befremdlich. (dar) *** Kosmonaut.zip Festival (29.10., Inselparkhalle) Im Voraus wurde viel gerätselt: Geht das Konzept auf, mehr als zehn Acts je eine halbe Stunde ohne Pause spielen zu lassen? Zieht Wilhelmsburg genug Besucher an? Am Ende hing ein großes SOLD OUT! – Schild aus und die Besucher waren glücklich. Die liebevolle Gestaltung der Location mit Dixie-Nachbauten, einem kleinen Zeltplatz und Handbrot tat ihr Übriges. Am Ende hat es sich wirklich angefühlt wie ein Festival: Ein paar Bands verpasst, Trinkspiele gespielt… und am Ende lagen sich beim Headliner Wanda alle in den Armen. Anstrengend, aber schön.(dar)

cdm1016_placebo*** Kate Tempest (30.10., mojo club) Am Anfang bittet Kate Tempest darum, die Mobiles in den pockets zu lassen und erstaunlicherweise halten sich alle daran, so dass Kate mit ihrer 3-köpfigen Band das neue und ganz hervorragende Album „Let them eat Chaos“ 1:1 voll konzentriert auf die Bühne bringen kann. Jeder Satz, jeder Sound, jeder Beat sitzt perfekt und das Publikum reagiert entsprechend begeistert, so dass Mrs. Tempest noch zu einer ungeplanten Zugabe zurück auf die Bühne kommt. (nsc) *** Placebo (31.10., Barclaycard Arena) Es ist Halloween und Placebo kommen samt Band in voller Verkleidung auf die Bühne: Brian Molko spuckt Blut, Stefan Olsdal steht als Skelett auf der Bühne und auch die Band sieht nach Geisterbahn aus. Sichtlich gelassen und entspannt wird der Abend angegangen, der uns durch 20 Jahre Placebo führt, die schon so unfassbar viele Hits hinterlassen haben, dass sie nicht einmal alle in die Setlist passen. Großer Moment: „Without you I’m nothing“ wird dem verstorbenen David Bowie gewidmet, bevor es in den treibenden Teil der Geburtstagsparty übergeht. Am Ende kommt sogar noch „Running up that hill“ und wir gehen glücklich rüber in den November. (nsc)