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Jesper Munk: Nächste Frage!

jesper-munk-1Jesper Munk war im Molotow in Hamburg und hat dort auf seiner „Working Title“-Tour Halt gemacht. Wir haben ihn zwei Wochen vorher in Buxtehude bei seinem Konzert besucht und ihn dort gefragt, ob er nicht Lust auf ein Interview in Hamburg hätte. Somit setzten wir uns nach dem Soundcheck in die Molotow-SkyBar und wurden ein paar Fragen los.

Jesper, jetzt stell dir mal vor, du wärst Musikredakteur und müsstest einfach über dich selber reden. Ein paar Sätze, was würdest du schreiben?

(Das Gespräch startet mit einem Lachen) Shoot. Ähm, ich glaube nächste Frage.

Ich hab jetzt einfach mal so ein paar schnelle Fragen zum warm werden und dann lasse ich dich erstmal richtig schön labern. Star Wars oder Star Trek?

Star Wars.

Super! Bist du ein Serienjunkie?
(Schmunzelt) Ich kann einer werden, ja, wenn ich genug Zeit hab.

Welche Serie wäre das, wenn du die Zeit mal hättest?
Mir ist das mit Hannibal passiert. Hannibal, … ich glaube, was war denn das letzte? Ich weiß es nicht mehr. Es waren relativ viele auf jeden Fall. (lacht)

jesper-munk-2Was treibst du sonst? Abseits der Musik, die ja ziemlich viel Raum in deinem Leben einfach einnimmt.
Sonst versuche ich hauptsächlich eigentlich alles drum herum so funktionierend zu machen, dass es der Musik dient. Mehr oder weniger. Im Moment hab ich nicht viel anderes eigentlich … also alles was ich eigentlich mache jeden Tag ist irgendwie schon damit verbunden, dass es irgendwie der Musik zuspielt.

Also ist es doch so dein gesamter Lebensinhalt, auf den du dich definitiv fokussiert hast.
Ja (beginnt zu lachen), so ziemlich. Sehr hoher Prozentsatz meiner Identität geworden. Auf jeden Fall, ja.

Mittlerweile kommt echt viel gute Musik, das ist natürlich jetzt beurteilt, aber aus München einfach. Ich weiß nicht, ob du Cosby kennst …
Ja.

Kennen dich zum Beispiel auch. Matija, Impala Ray, … kennt ihr euch alle oder seid ihr irgendwie verbunden?
Also teils, teils. Cosby kenne ich eigentlich hauptsächlich, weil wir mal zufälligerweise im gleichen Studio was aufgenommen haben und die Kollegin meiner Managerin aus dem Büro in München hat die mal ’ne Zeit lang so ein bisschen beraten. Und dadurch ist man sich mal übern Weg gelaufen. Impala Ray waren mit auf Tour und ein Freund von mir hat die am Anfang gemanagt.

Cool, da haben wir Impala Ray ja auch kennengelernt, bei dir in Lüneburg.
Ja. Also man kennt sich schon irgendwie. Also man läuft sich auf jeden Fall ziemlich schnell über den Weg in München, wenn es um Mucke geht, es sind ja nicht so viele.

Jetzt kennst du die ja aus München, warum nun Berlin? Hast du nun auch ein Standbein in Berlin?

Weil es einfach Sinn gemacht hat fahre ich da jetzt zweigleisig. Es gibt in Berlin einfach viel mehr Studios, es sind mehr Möglichkeiten mit sehr verschiedenen Musikern zu arbeiten. Oder vielleicht ist es einfach einfacher, den Zugang zu finden in Berlin, ich hab keine Ahnung. Und auch persönliche Gründe. Freundin. Meine Herzensdame.

jesper-munk-4Das sind Gründe, die ich alle verstehen kann. „Tree Of Time“ ist ja ein sehr persönlicher Song von dir, spielst du den eigentlich auch mal live?
Nee, habe ich mich dagegen entschieden. Nicht wirklich entschlossen, aber bis jetzt war das nie der Rahmen.

Wieso hast du ihn dann aufgenommen?
Weil das rausmusste. Ich spiele ja auch zum Beispiel „Shakespeare & Heartbreak“ nicht live. Es gibt einfach ein paar Sachen, die ich irgendwie sinnvoll finde in ’nem Live-Kontext wiederzugeben  und ’n paar, die sich nicht so anbieten dafür.  Ich hab kein Bock eigentlich, an diesen Ort zu gehen, im Live-Set und wirklich diesen „Tree Of Time“ zu spielen.

Das heißt, du bist irgendwie im Studio und sagst, das bewegt dich, das willst du schon weitergeben. Aber live wäre es dir einfach zu verletzlich und zerbrechlich?

Irgendwie so.

Ja, die Frage ist ja berechtigt. Ist ja ’n schönes Lied, auch wenn es halt echt hart ist.
Vielen Dank. Das freut mich. Ist echt gut.

Wir waren ja nun schon auf vielen Konzerten von dir. Manchmal kommt es vor, dass du deine Songs dann doch stark anders vorträgst. Das Tempo zum Beispiel. Wir haben das so bei „Hungry For Love“ – manchmal trampelst du da so richtig durch und man kommt da gar nicht so richtig rein. Ist das so ein unbewusstes Ding, oder ist das tatsächlich auch beabsichtigt?
Teilweise unbewusst, teilweise auf den Abend bezogen. Ich glaube, dass es relativ viele Songs gibt, die beide Qualitäten haben. Beide Qualitäten von einem Song haben, in einem Song. Einmal irgendwie was Balladiges haben und dann aber was sehr schnelles, Uptempo, was Roughes haben. Viele Songs von mir finde ich haben eigentlich beide Qualitäten und man kann sich je nach Situation dazu entscheiden, welche Intension man wählt. Also ja, teilweise völlig willkürlich, teilweise gewollt. (schmunzelt)

Du arbeitest jetzt an deiner dritten Platte mittlerweile.
Ja.

Was können wir uns da erhoffen? Bleibt das …
Lass es sein mit dem Hoffen.

jesper-munk-3Möchtest du dich da überhaupt nicht drauf einschießen? Okay.
Achso, ne, ich glaub, das ist grad jetzt einfach schwierig zu sagen, wie es klingen wird oder was es sein wird. Weil das jetzt im Moment noch in alle Richtungen gehen kann und ich mir selber nicht damit vertraue, jetzt gerade so eone stringente Linie zu fahren, als dass ich das jetzt vorhersagen könnte, ehrlich gesagt. Aber ich glaub, es wird sehr anders und sehr – keine Ahnung. Ich find’s spannend bis jetzt. Enough said. (lacht)

Zu guter Letzt. Dein Bild, das du momentan zu allen Veranstaltungen teilst, dieses Bild im Supermarkt, mit dem Eierkarton. Komm, gibt’s dazu ’ne witzige Geschichte oder ist das einfach nur super stumpf?
Also ich hab das Foto natürlich nicht gemacht, das hat tatsächlich Lary gemacht. (lacht) Wir waren in Miami.

Unsere Fotografin muss ihrer Begeisterung für das Foto freien Lauf lassen, wir erfahren, dass es mit einem iPhone geschossen wurde und ein lauter Tumult mit vielen Lachern entsteht.
Ich find’s super weird, ich hab voll gefeiert.

Fotografin: Das ist sowas, auf was man so wartet und das passiert nie.
(Jesper lacht wieder) Das jemand mit ’nem Eierkarton im Supermarkt steht? (alle lachen herzlich und ausgelassen) Ja. So ein bisschen Selbstironie muss sein.

Interview: Rene Biernath
Fotos: Jana Biernath


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