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Baenderriss_Band

Heute stellen wir euch das Hamburger Punkquartett Bänderriss vor, das von Hamm-Horn aus die Welt erobern will. Im Interview mit concert-news.de gibt sich das Quartett wild und ungestüm. Wir haben Schlecki, Rolle, Kröte und Flipper exklusiv in ihrem Proberaum besucht um herauszufinden, wer hinter dem lokalen Hit „Kein Gott, Kein Staat, Kein Mietvertrag“ steckt.

Ihr habt im vergangenen Jahr sehr erfolgreiche Shows, zum Beispiel in Hamm-Horn, gespielt, aber über die Grenzen hinaus kennt man euch noch nicht so sehr. Wollt ihr euch zunächst einmal vorstellen?
Moin, wir sind Bänderriss aus Hamburg. Schlecki singt, Rolle spielt Bass, Kröte Gitarre und Flipper sitzt hinter der Schießbude. In Hamburg sind wir, wie du selbst gesagt hast, schon ziemlich erfolgreich. Das Problem ist halt, dass niemand von uns Auto fahren kann, sonst würden wir touren und wären sehr erfolgreich.

Das klingt sehr selbstbewusst. Auf euren Promo-Fotos hingegen erkennt man euch nicht, weil ihr euch Instrumente vor die Köpfe haltet. Wollt ihr hinter eurer Kunst verschwinden, ist das ein Statement gegen das System oder habt ihr sogar Angst, erkannt zu werden?
Das ist schon ein klares Statement gegen das System und die Massen-Überwachung. Es ist echt krass: Wenn du nur einmal ein Foto von dir bei Facebook oder Instagram hochgeladen hast, weiß die NSA sofort wer du bist. Wir machen das nicht wegen des Fames, sondern wir wollen einfach unsere Brötchen holen und U-Bahn fahren können, ohne von der Überwachungs-Maschinerie erkannt zu werden.

Kommen wir auf eure Musik zu sprechen: Schlecki, Deine Stimme klingt ja schon Irgendwie anders. Was machst Du, um sie so ungewöhnlich klingen zu lassen?
Viel Bier und Pfeffi und Mango-Tabak ist mein Geheimnis.

Eure erste Single „Kein Gott, kein Staat, kein Mietvertrag“ geht in eine klare Agit-Punk-Pop–Richtung, die das Establishment ablehnt, auf Selbstverantwortung und vollkommene Freiheit abzielt. Diese totale Abgrenzung vom System klingt für mich ein wenig nach Hirngespenstern. Oder ist dieses „Raus hier“ mehr als nur ein Lippenbekenntnis?

Wir leben diesen Lifestyle einfach. Wir verdienen unser Geld mit Rubbellosen und Flaschenpfand. Keiner von uns hat einen Mietvertrag und auch in unseren Proberaum, den wir uns mit Tonbandgerät teilen, haben wir uns einfach reingesneaked, weil wir sie abends in der Kneipe belabert haben. Und hör mal auf in Tonbandgerät-Zitaten zu reden, das nervt. Wir können uns mit denen echt nicht identifizieren.

Ähm. Okay, gut. Musikalisch ist der Song ja ausgesprochen vielseitig, das reinste Feuerwerk. Soweit ich weiß, kommt ihr aus sehr verschiedenen musikalischen Ecken. Was habt ihr jeweils vor Bänderriss gemacht, wo liegen eure Einflüsse?
Wir sind alle nicht so die Musiker und spielen unsere Instrumente erst seit ein paar Wochen. Uns geht es einfach darum unsere Meinungen kreativ kundzutun. Es gibt einfach super viel was uns ankotzt.

Interessant! Was können wir daraus resultierend von euren weiteren Songs erwarten? Worum geht es textlich? Fremde Städte? Leerstand? Mauern aus Beton?
Im Herbst ist Bundestagswahl und es läuft einfach scheiße. Die AFD ist stark und die NPD mal wieder nicht verboten. Da gibts viele Themen und dann natürlich Trump. Aber wir wollen nicht nur so negatives Zeug machen. Wir haben auch Songs über positive Dinge -zum Beispiel übers Saufen.

Okay, ich möchte ehrlich sein: Im Text zu eurer Single nehmt ihr eine massive Anti-Haltung gegen das Establishment ein, behauptet, ihr würdet schon morgens Alkohol trinken und euch um nichts scheren. Wenn ich mich allerdings hier umsehe, fällt mir schon auf, wie reinlich es aussieht. An den Wänden hängen Excel-Tabellen mit Putzplänen, es riecht nach Schwimmbad und ihr macht jetzt auch nicht gerade einen abgehangenen Eindruck, sondern eher als müsste man nur auf drei zählen und ihr stündet sofort in den Startlöchern. In Zeiten von Fake-News muss ich einfach fragen: Wie real seid ihr wirklich?
Ja, das ist halt nicht unser Proberaum, sondern der von Tonbandgerät. Wir haben auch lange diskutiert, ob das mit unseren Werten zu vereinbaren ist, mit so einer Konsenz-Popband den Raum zu teilen, aber die Miete ist halt echt günstig. Aber wie du selbst siehst: Die spinnen. Alles super ordentlich, dieser penetrante Geruch nach Reinigungsmitteln und die haben sogar ne Flipchart mit Business-Plänen und Aktienkursen drauf. Voll scheiße, aber sie haben auch echt viel gutes Musik-Equipment hier. Wir haben denen erzählt, dass wir unsere Instrumente jedes Mal mit zur Probe bringen und danach wieder abbauen. Von wegen! Sowas haben wir gar nicht. Wir benutzen einfach deren Zeug und trinken ihnen ihr Bier weg. Allein, dass die das noch nicht gemerkt haben, spricht ja Bände. Uns wäre das sofort aufgefallen, wenn auf einmal die Kiste Bier leer ist, aber die trinken bei der Probe sicher nur Kamillentee.

Am 20. Mai spielt ihr im Logo. Ist das eure erste Headliner-Show und was können wir erwarten?
Ja, es ist unser erstes eigenes Konzert. Wir haben halt vorher schon ein, zwei Mal auch woanders gespielt, aber das hier ist ne große Nummer. Das Logo ist ein ziemlich cooler Club, wo schon echt krasse Bands am Anfang ihrer Karriere gespielt haben, wie die Deftones, Billy Bragg, die toten Ärzte oder Sebadoh. Bisher haben wir nur einen richtigen Song, aber da machen wir uns keinen Stress. Ist ja noch Zeit bis Mai. Und sonst spielen wir nur den einen und danach spielt ne andere Band.

Bänderriss spielen am 20. Mai 2017 im Logo in Hamburg. Tickets bekommt ihr bei der Theaterkasse Schuhmacher. (nsc)

 


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