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Box der Woche: Pascow

Pascow-Lost-Heimweh-Box-Set-DVD-Full-HD-Streaming-Vinyl-10-DL-Code-Fotobuch-Metal-Pin_b2Pascow veröffentlichen heute eine hochspannende Band-Doku namens “Lost Heimweh” – und erklären in dieser nicht nur sich selbst, sondern ganz nebenbei auch noch, wie Punkrock funktioniert. Das Ergebnis ist beeindruckend.

Und das Beiprogramm ebenso. Denn neben dem fast zwei Stunden langen Film liegt dieser Box eine 10″ inkl. Download-Code mit acht Pascow-Covern, gespielt von unter anderen Love A, Düsenjäger, The Baboon Show und Disco//Oslo, ein imposantes Fotobuch und ein Metal Pin des Raben vom Cover des Albums “Diene der Party” bei. Und das alles ist mehr als hübsch verpackt in eine drei Zentimeter dicke Stülpkartonbox in LP-Größe. Ziemlich fett.

Zum Film: Die beiden Filmemacher Andreas Langfeld und Kay Özdemir haben Pascow ein Jahr begleitet und hemmungslos draufgehalten. Natürlich auf der Bühne, aber auch dahinter und drumherum. Es geht um die Band und um die Menschen, ihre Probleme, ihren Alltag, ihr Leben als Band. Und dabei zwar immer um die Band Pascow, doch worüber sie sich Gedanken machen, darüber dürften viele andere Bands auch nachdenken. Wie geht’s weiter? Was können und was wollen wir erreichen? Was sind wir bereit, für unsere Musik, unsere Band, unser Hobby zu opfern? Und: Wie lange machen wir das noch? Übrigens eine der zentralen Fragen des Films.

Man sieht die Band packen, proben und reisen, spielen, schwitzen, Spaß haben. Man erfährt, wie eine Punkrock-Band tourt und arbeitet – und lernt ganz nebenbei noch einiges über die deutsche Club-Landschaft kennen. Denn auch Booker und Mitarbeiter sympathischer Läden wie dem Conne Island in Leipzig oder dem BLA in Bonn kommen in diesem Film zu Wort, das Hafenklang taucht auf und einiges mehr. Weil es hier um Pascow und ganz dolle auch um Punkrock in Deutschland geht. Luxus geht anders, Langweile aber auch. Auch wenn die natürlich dazu gehört.

Zu Wort kommen neben den vier PascowAlex, Ollo, Swen und Flo auch alte Weggefährten wie Jörkk Mechenbier, der einst als Mercher mit der Band unterwegs war und heute mit Love A selber punkrockt, die Cheffes ihres ersten Labels Plastic Bomb sowie ihres jetztigen Labels Rookie Records, der ehemalige Muf Potter-Sänger Nagel, Produzent Kurt Ebelhäuser (von Blackmail) oder frühere Pascow -Musikanten. Zum Beispiel. Sie alle sabbeln und schwärmen von der Band und ihrer Musik, sie erinnern sich an gemeinsame Erlebnisse und Momente, sie zeichnen das Bild einer besonderen Band – die es hoffentlich noch ziemlich lange gibt.

Heute gibt es sie noch, heute spielen sie im Uebel & Gefährlich. Auf “Lost Heimweh” spielen andere:

01. The Baboon Show: “Moon Over Moscow”
02. Love A: “Too Doof To Fuck”
03. Duesenjaeger: “Trampen Nach Norden”
04. Disco//Oslo: “Schiffbruch Pil”
05. Trafa: “Lauf Forrest Lauf!”
06. Blut Hirn Schranke: “The Strongest Of The Strange”
07. Sniffing Glue: “Zeit des Erwachens”
08. Max Freytag: “Im Raumanzug”

Wir haben einmal bei Jörkk Mechenbier von Love A nachgefragt:

1) Warum habt ihr “Too Doof To Fuck” gewählt und wie schwer war es, aus einem Pascow-Song einen Love-A-Song zu machen?
Die Anfrage war schon da – und wir hatten damals noch etwas Luft vor dem Soundcheck im Slow-Club Freiburg und haben überlegt, was man und wie man das machen könnte. Der schien uns schlicht am leichtesten – und da wir eine Grund faule Truppe sind, haben wir dann daran rumgebastelt. Wir wurden dann immer ein bisschen schneller und haben an Kleinigkeiten rumprobiert, bis es sich nach einem Love A Song anfühlte – bzw. wir nicht mehr wie jemand klangen, der “too doof to cover” ist – was wir aber normalerweise tatsächlich sind…

2) Hast du durch deine Freundschaft und/oder die Arbeit für Pascow etwas gelernt, erfahren, erfahren müssen, was du für Love A nutzt oder nachmachst oder bewusst vermeidest?
Auf jeden Fall. Ohne zu sehr mit Pathos beladen klingen zu wollen: Pascow  sind der Grund, warum ich heute der bin – und da bin – wer und wo ich bin. Das umfasst in meinem Fall wirklich und ohne Übertreibung einfach alles, was das Leben in einer, mit einer und als Band betrifft. Dieses “einfach machen”, Bandalltag, Bock auf Klassenfahrt haben und die generellen Funktionsweisen eines solchen Mikrokosmos – und sich verstecken, wenn es darum geht, vor und nach der Show den Bus aus- und einzuladen, das habe ich alles in der Gimbweiler-School gelernt.
Apropos: DANKE, Pascow. ❤

3) Wie findest du “Lost Heimweh” im Ganzen, was gefällt dir besonders, warum muss man die Box haben?
Pascow-Lost-Heimweh-Box-Set-DVD-Full-HD-Streaming-Vinyl-10-DL-Code-Fotobuch-Metal-PinIch finde die Box unglaublich gut. Als Narzisst natürlich vor allem, weil ich dabei sein darf. Aber Andi und Kay haben da ein wirklich hübsches, echtes Zeitdokument aus der Arbeit dieses Mikrokosmos gemacht und einige gute und wichtige Fragen gestellt oder besser beleuchtet. Zudem sehr stilsicher umgesetzt, sieht man von den kleineren Defiziten bei der Soundqualität ab. Aber die haben sowas aus dem Stand zum ersten mal gemacht und das finde ich absolut beeindruckend. Hinzu kommt: Das sind alles Freunde. Wichtige Menschen. Was soll ich da schon Negatives zu sagen haben? Meine Lieblings-Szene ist übrigens der Kuss unserer gemeinsamen Freunde und Labelmacher Anne und Jürgen von Rookie. Schööön (love eben, A!). Und die Aufmachung ist ja wohl auch der Oberknaller. Ich bin sehr glücklich, Teil davon sein zu dürfen. Und auch wenn die nicht so eitel sind wie ich: Ich denke, ich kann da im Namen der ganzen Band sprechen.

“Lost Heimweh” erscheint heute bei Rookie Records und gibt’s unter anderem bei Finest VinylPascow spielen heute im Uebel & Gefährlich. (mf)


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