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Ladies First

LumaraaHände in die Höhe, Handtuch über die Schulter, es darf genickt werden. Es gibt Neues an der Deutschrap-Front. Lumaraa hat ein neues Album am Start. “Ladies first” heißt das gute Stück, das vergangenen Freitag das Licht erblickte – und das wirklich mal was kann.

Selbstbewusst und mit einer sympathischen Arroganz sprechsingt sich die in Leipzig lebenden Rapperin durch die 15 neuen Tracks. “Ich kämpf mich durch, nimm die Fäuste raus. Ich mach es so wie Rocky, renn die Treppe rauf” heißt es in “Rocky”. Und doch prollt sie nicht, disst nicht übertrieben böse, ihr reicht meistens ein “Du bist alles nur kein Held” (in “Gift”) oder ein “Du bist leider nicht am Start, du hast keine Hits parat” und das macht die Sache irgendwie so herrlich normal. Und das passt. Lumaraa sagt:

Natürlich bin ich grundsätzlich feministisch. Aber ich verpacke das einfach so charmant, dass sich die Jungs nicht gleich angegriffen fühlen. Und im Endeffekt ist es doch so: Ich rappe, so wie meine HipHop-Kollegen halt auch rappen – was Musik angeht, hab ich dieselben Probleme und Sorgen wie alle anderen Rapper. Und dass ich als Frau in der männerdominierten Rapszene doppelte Leistung abliefern muss, ist doch unbestritten, da bekomme ich nix geschenkt. Ganz im Gegenteil!

Verpackt sind ihre Geschichten in einen klassischen Rap-Sound (höre: “Ladies First“), den sie aber immer wieder mit ordentlich Pop (höre: “Grau in grau“) und dancefloorigen Synthies sowie einer Menge hörbarer Energie pimpt und so ein ziemlich entspanntes, vielfältiges, lässiges Album gemacht. Live am 20. April im Häkken. (ptk)