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Interview: Giant Rooks

GiantRooks2_Credit_Nils_Lucas_blauDie  Giant Rooks waren in der Stadt. Kurz davor hatten sie als Vorband für Von Wegen Lisbeth noch kräftig die Werbetrommel für das eigene Konzert gerührt, dann spielten sie mit ihrer Debüt-EP im ausverkauften Hamburger Nochtspeicher. Die Chance ließen wir uns nicht entgehen, vorher Sänger Frederik zum Interview zu treffen. Wir finden eine ruhige Ecke im Treppenhaus und beginnen das lockere und ungezwungene Gespräch.Die nächste Chancen, sich Giant Rooks live anzuschauen, gibt’s unter anderem auf den Orange Blossom Special Anfang Juni und am 16. Juni auf dem Kosmonaut Festival.

Willkommen zurück in Hamburg! Wie war die Show mit Von Wegen Lisbeth? Wie ist das mit denen auf Tour zu sein?
Mega gut. Ja. 800 Leute, war auch ausverkauft. War wirklich überwältigend. Und das krasse war, wir spielen ja heute im Nochtspeicher und nachdem wir da Vorband waren, ist auch der Ticketverkauf ziemlich rasant angestiegen. Jetzt, heute, ist es glaube ich ausverkauft. Das hat auf jeden Fall eine gute Wirkung gehabt und sehr viel Bock gemacht.

Ihr habt auch auf dem Eurosonic-Festival in den Niederlanden gespielt. Wie ist das so, als heißer Newcomer gehandelt zu werden?
(Beginnt zu schmunzeln) Na ja, tatsächlich bekommt man das selber eigentlich gar nicht so richtig mit, was so geredet wird und was so gesprochen wird. Abner es freut mich natürlich total, aber so richtig bekommt man den Hype oder dieses Newcomer-Dasein nicht mit.

Ihr spielt Art-Pop, so steht es zum Beispiel auf eurer Facebook-Seite. Wie definiert ihr das und was ist der Anspruch an eure Musik?
Steht das noch bei Facebook?
Ja.
Immer noch, echt? Also tatsächlich haben wir uns das irgendwann mal überlegt, Art-Pop, weil wir uns von diesem Indie-Begriff, der ja mittlerweile ziemlich uncool geworden ist, loslösen wollen und uns damit abgrenzen wollen. Deshalb haben wir gesagt, so, wir machen keinen Indie, sondern wir machen Art-Pop. Aber tatsächlich haben wir uns nicht so super viel dabei gedacht. Die eigentliche Idee war, dass wir zum einen schon Pop-Musik machen und zum anderen aber trotzdem noch so ein bisschen verspielt und arty sind. Das war die erste Idee, so ein Mixtape daraus. Aber tatsächlich können wir uns im Moment eigentlich gar nicht mehr damit identifizieren. Das war eher so eine einfache Idee, die dann irgendwie von den Medien total hochgepuscht wurde. Und jeder hat geschrieben: “Okay, die machen Art-Pop. So wegen Lady Gaga oder warum?” (schmunzelt) Aber tatsächlich war das eine simple Idee und dann haben wir uns einfach so genannt.
Ihr habt vor kurzem eure EP rausgebracht, “New Estate”. Und die strotzt meiner Meinung nach von traumhaften Arrangements und grandiosen Texten, die einfach mal erfrischend anders sind. Wie persönlich ist der Text des Titeltracks, insbesondere der Abschnitt: “I thought I have always stayed the same at least in your eyes”.
Na ja, ehrlich gesagt gar nicht so richtig persönlich. Es ist eher eine fiktive Geschichte, die wir uns ausgedacht haben. Über zwei Personen, die sich mit der Zeit entfremden. Das war eigentlich die simple Idee dabei.
So gar kein persönlicher Einfluss?
Ich denke jeder Text ist irgendwie persönlich und die Grundideen stammen immer aus Erfahrungen, die wir selber gemacht haben. Und deshalb ist es wohl schon ziemlich persönlich, aber viel mehr will ich auch gar nicht drüber sprechen. Ich finde es immer gut, wenn man gar nicht so viel über die Texte spricht, sondern jeder sich da selber irgendwie dabei was denken kann. So wie du, dem der Satz jetzt zum Beispiel im Auge geblieben ist.

Bei “Bright Lies”, um nochmal auf der EP rumzuhämmern, habt ihr am Anfang dieses Instrumental, das ihr dann auch nochmal zum Übergang einsetzt, bei “Pretend to feel your undertow” und dann geht es zu “Ophelia”. Das, was ihr so dazwischen spielt, hat so ein bisschen einen orientalischen Touch.
Findest du? Okay!Ja, ist halt wirklich geil! Aber wie stolz ist man, wenn man sowas fertig aufgenommen hat?
Ach, tatsächlich gibt es den Song, oder die ganzen Songs, außer “New Estate” schon über eine gewisse Zeit. Die Frage war, wie stolz einen das macht. Also natürlich total stolz, weil es die erste EP ist, die wir mit einem richtigen Produzenten und einem Label und sowas aufgenommen haben. Und auch eine EP, die wir jetzt selber in den Händen halten können. Das ist halt einfach toll, wenn man sowas hat. Und was noch viel schöner ist, ist dass sie auch auf Vinyl gepresst wurde und das macht uns besonders stolz, weil wir sehr große Vinyl-Fans sind.Die Songs, die wir aufgenommen haben, also “Slow”, “Mia & Keira”, “Bright Lies” und “Chapels”, gibt es eigentlich schon seit rund zwei Jahren. Die haben wir halt nur noch nie aufgenommen. Und deswegen sind wir natürlich schon stolz, aber es ist für uns jetzt nichts mehr besonderes, weil wir die Songs schon seit zweieinhalb Jahren spielen. Also es ist tatsächlich so ein bisschen: “Okay, er klingt fett so, der Song. Aber okay, hat sich jetzt auch nicht viel dran gemacht.” Wir kennen den halt so. Wir wollten ihn eben genauso aufnehmen, wie wir es live spielen. Das war uns sehr wichtig.

Was sind denn eure musikalischen Vorbilder? Man kann euch ja schlichtweg nicht nur auf eure Texte reduzieren.
Also, ja, musikalische Vorbilder, das ist einfach so wahnsinnig viel. Ich glaube fast, dass mich die Musik, die ich früher gehört habe, viel mehr in meiner eigenen Kreativität und meinen eigenen Songs beeinflusst.. Viel mehr, als das, was ich heute höre. Weil ich glaube, je jünger man ist, desto mehr kann man auch dadurch lernen. Und ich glaube halt wirklich, dass ich, als ich früher so Sachen wie Biffy Clyro und sowas gehört habe und die erste EP von Mumford And Sons und solche ganz frühen Sachen, wie das erste Ben Howard-Album und alt-J und so, dass mir das viel mehr Kreativität gegeben hat, als die Sachen, die ich jetzt höre so. Weil da so ein Grundstein gelegt wurde von der musikalischen Idee und überhaupt auch des Geschmacks.
Ja, das prägt ungemein, das glaube ich auch.
Ja, glaube ich auch, total. Von Rio Reiser hatte ich ein Mixtape, mega geil, das hatte mir meine Mutter damals geschenkt. Und von Nina Hagen.
Nein!
Ja, wirklich. Nina Hagen, “Ich hab’ den Farbfilm vergessen” oder so hieß das Ding, habe ich mir 1.000 mal angehört, fand ich richtig geil.Interview: René Biernath



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