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Trotzkopf

Albrecht SchraderAufmerksamkeit haschen sollen doch andere: Albrecht Schraders Album „Nichtsdestotrotzdem“ ist es nämlich total egal, ob der Querverweis zum Rundfunktanzorchester Ehrenfeld und ins ZDF-TV-Studio funktioniert oder nicht. Wer derweil das ausgedehnte Instrumental-Intro nicht (und durchaus berechtigt) ungeduldig fortgeskippt hat, begegnet spätestens im titelgebenden Song einer ganz sachten Andreas Dorau-Duftmarke. Ansonsten bemüht sich Albrecht Schrader erfolgreich, seine diffizile Lyrik in kühles Ambiente zu gießen. Scheut sich aber an anderer Stelle auch gar nicht, „elegisches Pathos mit einem metalartigen Schweinerock-Gitarrensolo zu konfrontieren“.

War übrigens exakt der informative Impuls, den ich benötigte, dem ja ohnehin sehr geschätzten Herrn Schrader noch ausgedehnter zuzuhören. Fürwahr eine sehr gute Entscheidung, die zerfranste, aber fortwährend elegante Zerdroschenheit zu goutieren, mit der Schrader ums Piano schleicht. Manchmal wie ein hell klingender Brummkreisel in Superzeitlupe und entgegengesetzt der vorgesehenen Richtung. Aber alles in schön und verpackt in einem Artwork, das aus 1987 stammen könnte, wäre die Welt nicht schon längst an ihrem noch schlechteren Platz angekommen. Wo derweil Uhlmann die Schönheit herbeizitiert, endet jene bei Schrader gelegentlich in Liederschreibers formvollendeter Ohnmacht. Zumindest aber in beständig seltsamen und strategisch spannenden Schleifen. „Nichtsdestotrotzdem“: Stark. 24. Mai | Kleiner Donner (kel)


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