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Album der Woche: Dreamcar

DreamcarEs gibt so viele Gründe, dieses Album richtig scheiße zu finden. Es ist ultra-poppig, hochgradig kitschig und dermaßen glatt und gradlinig und fern von Punk und Rock und Indie und kantig und schwierig … und aus genau diesen Gründen feiern wir: “Dreamcar”. Von Dreamcar. Weil es ultra-poppig, hochgradig kitschig und dermaßen glatt und gradlinig und fern von Punk und Rock und Indie und kantig und schwierig ist und dafür voller riesiger Hymnen, massiver Großartigkeit und unfasslicher Schönheit. So gut, Alter, so unbeschreiblich gut.

Es ist ihr erstes Album, doch es ist ein Album von vier Könnern, von Experten, von alten Hasen. Denn Dreamcar bestehen aus Sänger Davey Havok (AFI) sowie den No Doubt-Mitgliedern Tony Kanal (Bass), Tom Dumont (Gitarre) und Adrian Young (Schlagzeug). Und es klingt wie die konsequente Extremisierung des letzten AFI-Albums (das einst ebenfalls unser Album der Woche war). Ähnlich überragende Musik, schön, dunkel, super-eingängig. Nur eine, zwei, drei Nummern poppiger. Synthie-Pop, Wave, 1980er-Romantik und hier und da mit ein paar Gitarren versetzt. Das Ergebnis ist atemberaubend. Und AFI-Fans werden es vermutlich hassen …

Tom Dumont meint dann auch: “Es war sehr furchtlos von Davey, aus der Welt der Punkrock zu kommen und etwas zu tun, das so etwas wie ein Ohrfeige für die Musikrichtung ist. Wir fanden diesen Mut sehr aufregend. Wir wollten uns nie von den unausgesprochenen Regeln einer Szene einschränken lassen, und er dachte genauso.” Gemeinsam schufen sie Lieder wie das schon vor einiger Zeit vorab veröffentlichte “Kill For Candy” und das vielleicht beste Stück des Albums, “Born To Lie“.

Für den großen Erfolg machen die Allstars das aber nicht, sie machen es, weil sie es möchten. “Eineinhalb Jahre lang waren es nur wir vier, und wir machten Musik”, erinnert sich Tony Kanal. “Wir hatten die Chance, wieder eine ganz neue Band zu sein. Das ist schon etwas ganz Besonderes. Wir machten nur Musik um des Musikmachen Willens.” Und noch mal Dumont: “Es hat mich an die Anfangszeit von No Doubt erinnert, als wir in einer Garage in Orange County gejammt haben. Es war dasselbe Gefühl von Freiheit – ohne Label, ohne Manager, ohne Agent und ohne Roadies”.

Das hat sich nun ein wenig geändert, Dreamcar mischen mit, haben ein Album, sind eine Band, veröffentlichen und touren. Derzeit in den USA, hoffentlich, irgendwann, auch bei uns. Bis dahin: Album kaufen, Album lieben, Album feiern. (mf)


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