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Puristischer Wohnzimmercharme

Luke Sital-Singh | Foto: Doreen ReichmannKonzertrückblick: Luke Sital-Singh verzaubert vor wenigen Tagen sein Publikum in der ausverkauften Nochtwache. Selten erlebt man die erste Reihe so entspannt. Auf dem Boden oder dem Rand der Bühne setzt sie sich gemütlich hin und lauscht diesem grandiosen Singer-Songwriter und seiner endlosen Traurigkeit.

Zwischen „Nearly Morning“, „Killing Me“ und „Oh my God“ legt Luke Sital-Singh den Fokus nur auf die Geschichten seiner Musik und nimmt sich mit seinen Ansagen dezent zurück. Nur die Selbstironie in kleinen Erwähnungen, die lässt sich Luke Sital-Singh nicht nehmen. Immer wieder betont er, in welch eine Traurigkeit seine Songs gehüllt sind, und dass jeder Funke von Glück eher einer Seltenheit gleicht – zumindest in seiner Musik. Aber sind wir mal ehrlich, traurige Songs sind doch immer die schönsten, die uns die intensivsten Geschichten erzählen. Und wenn sich jemand mit der Intensität auskennt, dann ist es der Brite. Und er fordert das Publikum dazu auf mehr für die neuen Songs statt für die alten zu klatschen, um darin bestärkt zu werden, dass seine Karriere aufwärts geht.

Als wäre die Leidenschaft von Luke Sital-Singh noch nicht genug, sorgt er für eine weitere Überraschung des Abends mit dem Vorband-Duo. Kaum einer könnte das Konzert besser eröffnen als Joseph & Maia, eine musikalische Perle aus Neuseeland. Zum Schluss geben sie noch gemeinsam mit dem Singer-Songwriter den Klassiker „Sweet Carolina“ zum Besten. Danach kann das Publikum immer noch nicht genug von den traurigen Songs kriegen, doch auch der lauteste und längste Applaus kann die Endlichkeit des Abends nicht bezwingen. Es bleibt eine tiefe Berührung und Begeisterung. (tki)


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