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Interview: MC Rene

01.-MC-RENE_FOTO_VeranstalterAm 8. September spielt MC Rene im Waagenbau. Und damit eine deutsche Rap-Legende, eine Oldschool-Ikone, einer aus den Klassen von ’’94 und 95. Und einer, der immer das machte, was er wollte. Wir freuten uns schon hier. Und haben jetzt mal bei dem Braunschweiger Sprechsänger nachgefragt. Und mit ihm über gestern, heute und morgen gesprochen.

Weißt du noch, wann du das erste Mal mit Hip Hop in Verbindung gekommen bist und wie du reagiert hast? Hat es dich gleich geflasht oder kam das später?
Der Erstkontakt mit Hip Hop kam Ende der 80s über eine Radioshow namens DT64 aus Ost-Berlin von André Langenfeld. Die habe ich jede Woche auf Kassette mitgeschnitten. Am Anfang dachte ich auch Rap wäre eine Gruppe, da ich nichtmal die Bezeichnung für dieses Genre kannte. Ich war sofort hin und weg. Es war einer der Initialisierungsmomente in meinem Leben.
Was fasziniert dich bis heute an Rap und Hip Hop?
Mich fasziniert die Idee, auch ohne großes musikalisches Hintergrundwissen, einfach loslegen zu können. Sozusagen from nothing to something. Sich kreativ mit Sprache und Rhythmus auseinanderzusetzen, seinen eigenen Stil zu suchen und ihn dann auch zu finden. Hip Hop ist für mich heute längst keine Jugendkultur mehr, sondern vielmehr eine positive Lebenseinstellung, wo deine Hautfarbe oder aus welchem Land du kommst schon immer egal war. Es geht um Skillz!Wann und wie hast du denn gemerkt, dass du besser als andere rappen kannst und damit sogar Geld verdienen kannst?
Vielleicht durch den positiven Zuspruch am Anfang meiner Laufbahn hab ich vermerkt, dass ich mehr Fähigkeiten als andere habe, dass mir die Leute gerne zuhören. Das mit dem Geld verdienen hat sich eher nebenbei ergeben.

Wer waren deine ersten Vorbilder und Inspirationen und welche Rapper feierst du heute ab?
Da ich auch immer Fan geblieben bin, gab es schon eine Menge Vorbilder wie Public Enemy, Big Daddy Kane, ATCQ, Advanced Chemistry und unzählige andere. Heute gefallen mir Rapper und Entertainer wie MF Doom, Earl Sweatshirt, Hopsin, Kendrick, Joey Bad Ass, Action Bronson oder Retrogott.

Worauf bist du im Rückblick auf deine bisherige Karriere am meisten stolz? Und was war das Beste, was du erlebst hast?
Ich bin stolz drauf, dass ich es geschafft habe, immer weiterzumachen und dranzubleiben, auch wenn ich lange Zeit weg war. Gerade auf das, was ich die letzten Jahre gemacht habem bin ich stolz von „Alles auf eine Karte“ bis Renessance zu “ Khazraje“. Der beste Moment war als das Video online ging von „Mein Leben ist ein Freestyle“, denn an dem Punkt wurde mir klar, dass ich immer das machen werde, worauf ich Bock hab, weil ich  nur dann richtig gut sein kann.

Wie präsent ist „Khazraje“ im Jahr nach der Veröffentlichung noch, was denkst du heute über das Album – und wie sieht es mit neuen Sachen aus?
Mit „Khazraje“ hat sich für mich persönlich ein Kreis geschlossen, was die Suche nach der eigenen Identität ausmacht. Der Prozess, den ich bis dahin erleben durfte, war in dem Augenblick als ich in Marokko war so on Point, dass wir lediglich 14 Tage brauchten, um dieses Feeling einzufangen. Mit diesem Album kann ich mich sofort in diese Gefühl zurückversetzen. Für mich persönlich ist das Thema „Khazraje“ seit einiger Zeit abgeschlossen und ich schaue jetzt nach vorn und werde bald mit dem neuen Album beginnen.

Was ist dir bei einer Album-Produktion wichtig, was braucht ein echtes MC Rene-Album?
Ein echtes MC ReneAlbum braucht vor allem einen MC Rene , dem man anhört, dass er es mit Freude, Herz und Leidenschaft macht, und keinen MC Rene  der sich an den anderen orientiert oder zu wissen glaubt was der Markt verlangt. Musikalisch sollte es auf dem aufbauen, was ich vorher gemacht habe, aber einen neuen Ansatz verfolgen. Ein neues MC Rene-Album wird aber definitiv sehr dope klingen und eine Oase sein für Hip Hop Genießer.MC Rene  live – hast du das Bock drauf oder gehört das einfach dazu, aber eigentlich schreibst du lieber an neuen Sachen?
Wer mich live gesehen hat, weiß das es mein Element ist.

Wie muss man sich MC Rene auf der Bühne vorstellen, was dürfen wir erwarten, wer ist dabei? Und was erwartest du von deiner Hamburg-Show?
Ich komme diesmal mit Figub nach Hamburg, ich denke es werden auch einige alte Bekannte mit von der Partie sein. Bei der Show wird das Set perfekt zusammen gesetzt sein aus alten und vorallem dem Stuff der letzten Jahre. Es wird sehr Beat und rapdynamisch sein. Natürlich werd ich meine Spontanität nicht zu kurz kommen lassen. Wer mich kennt weiß, dass ich immer neue Geschichten und Freestyles im Gepäck habe. Mein Anspruch an die Hamburg-Show wird sein, dass ich ein extrem tightes Set mit der von mir gewohnten Lockerheit liefern werde. Hamburg gibt mir eigentlich immer genug Liebe, so dass es eine sehr herzliche Rapshow sein wird.Was macht eine gute Show zu einer guten Show, was muss passieren und was darf auf keinen Fall passieren?
Zu einer guten Show gehört eine gute Playlist, ein guter Ablauf, was die Beats angeht. Eine gute Show kann sich nur dann noch besser entwickeln, wenn du dich selber als Artist darauf freust, den und den Track gleich rauszuballern. Der Sound sollte auf gar kein Fall zu viele Probleme bereiten, das killt den Vibe. Zu einer gutenMC Rene-Show gehört aber auch immer eine gehörige Portion Herz. Mit großen Special-Effects kann ich leider nicht aufwarten. Noch nicht …

Interview: Mathias Frank



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