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Album der Woche: Andreas Dorau

Andreas DorauTanzen im Viereck? Zwanzig Stücke lang? Auf gefühlt höchstens zwei Quadratmetern? Zur Not auch nur im Kopfnickermomentum? Hier kommen „Die Liebe und der Ärger der Anderen“, Andreas Dorau und ein maximal abgefucktes Genre, das man im Zusammenhang mit dem ewigen Genie Dorau nie mehr zitieren wollte. Eigentlich.

Ich habe zu Jahresbeginn ein Album-Artwork zum Kunstwerk des Jahres gekürt. Welches es war, ist schon längst wieder in Vergessenheit geraten. Vielleicht auch nicht mehr wichtig, denn mein lieber Schwan: Andreas Dorau und „Die Liebe und der Ärger der Anderen“ gehen schon mit dem Farbeimer mühelos drüber. Nicht nur auf der Verpackung. Und apropos Verpackung: Jeder, aber auch wirklich jeder einzelne der zwanzig (!) Titel klingt erstmal, als stünde eine gute Fee neben Andreas Dorau. So eine von denen, die auf Knopfdruck oder Doppelklick den Post-Post-NDW-Karaoke-Modus aktivieren. Nur, dass da eben keine abgestellte Lagerware zum Fast-Sprechgesang aufwartet.

Vielmehr wirkt „Die Liebe und der Ärger der Anderen“ auf Doppelalbum-Länge, als improvisiere Andreas Dorau in kongenialer Manie(r) auf größtenteils minimalelektronischem Tanzflurterrain. Das wirkt vergänglich, sagst du? „Liebe in Dosen führen wir leider nicht. Es ist kein haltbares Gericht.“, entgegne ich dir und könnte jetzt allerlei weitere Zitate im Dutzend billiger anbieten. Nur: „Die Liebe und der Ärger der Anderen“ ist halt nicht im Ramschlager von der Europapalette gefallen, sondern auch Resultat einer hohen Dichte von Lieblings-Produzenten, die nicht mal vor den eingangs schon zitierten Stereo Total Halt macht. Bricht eben noch das Herz, an anderer Stelle immerhin noch den Zwieback. Und auch Meppen hat endlich ausgedient, denn: Das hier ist mindestens so geil, wie ganz bis zum Jupiter und wieder zurück. Nicht nur, weil alleine schon „Liebe ergibt keinen Sinn“ den längst verdienten Welthit bedeuten muss. Live am 13. Juli in der Hanseplatte (Album-Release-Party) und am 9. August auf Kampnagel. (kel)


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