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Philipp Dittberner – Jede Nacht mitten in der Komfortzone

Philipp_Dittberner_Album_Jede_NachtWie gerne erinnern wir uns an das urgemütliche Konzert im Turmzimmer. Ja, Philipp Dittberner teilte sich tatsächlich mal die kleine Bühne in unserem kultigen Bunker mit Julian le Play. Dabei war er mit seiner “Wolke 4″ sogar bekannter als sein Kollege.  Am 9. Oktober kommt Philipp Dittberner zurück nach Hamburg und spielt seine neuen Songs im Gruenspan. Doch wie klingt sein neues Album “Jede Nacht” eigentlich?

Unaufgeregt, vertraut, als wäre das Album schon immer da gewesen und genau das lässt es besonders sein. Wirkliche Veränderungen bleiben aus. Philipp Dittberner hat seine Komfortzone nicht verlassen und auf “Jede Nacht” keine großen Experimente gewagt. Trotzdem ist es ein Album, das weit weg davon ist, direkt wieder ausgeschaltet zu werden. Es ist stilvoll, eben in dem Stil, den wir von Philipp Dittberner gewohnt sind, dem der Musiker fast durchgängig treu bleibt. Und genau das macht seine Musik aus. Seine Geschichten tanzen mit der Musik, sind durchdacht und stehen im Vordergrund, er hält sich gewohnt zurück.

“Bunte Vögel” und “Winter” sind sogar so gut durchdacht, dass sie vorerst Rätsel aufgeben. “Es tropft aus Plastik in dich rein” (Winter), sowie “Zwischen Kaffee und Geschrei / Die Idioten bleiben stehen / Bunte Vögel fliegen frei” (Bunte Vögel) sind nur einige Zeilen, die erhöhte Aufmerksamkeit einfordern, um verstanden zu werden. Wer sind diese Idioten und die bunten Vögel, von denen er da spricht?  Philipp Dittberner möchte mit seiner Musik bewegen, wie er uns im Interview verriet. Und genau das hören wir auch auf dem Album “Jede Nacht”. Fast jeder Song bewegt, “3 Jahre” mehr, “Ich bin immer noch da” weniger.

“Tote singen lauter” ist die einzige Nummer auf “Jede Nacht”, die im ersten Moment so gar nicht nach Philipp Dittberner klingt. Eher ein Song der beim letzten Tatort entstanden sein muss, während er sich in dem Krimi verirrt hat. Diese Veränderung, auch mal Zeilen zu schreiben, die so gar nicht zu dem braven und zurückhaltenden Image passen, steht Philipp Dittberner sogar sehr gut.

Wer eine große Entwicklung bei dem Album “Jede Nacht” erwartet, wird von der neuen Platte wohl eher enttäuscht. Aber der, wenn auch kleine Reifeprozess, von Philipp Dittberner kann sich durchaus hören lassen. Ein sehr schönes und stimmiges Pop Album, das auch ohne große Mainstreamtöne auskommt. (tki)




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