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Rechts vor links?

Latin Quarter_Modern Times„Modern Times“ klang musikalisch verführerisch, wenn nicht gar einlullend in manchem Moment. Doch Latin Quarter ließen die Falle spätestens immer genau dann zuschnappen, wenn die Kerzen runtergebrannt waren. Denn „No Rope As Long As Time“, zu dem man auch so herrlich ****** konnte, handelte ja schon von Apartheid, „Toulouse“ wandte sich dem Alltagsrassismus in Frankreich zu und „America For Beginners“ führte ein in das ausgewachsene rechte Potential in den Vereinigten Staaten (nicht nur) der mittleren achtziger Jahre. Nur: Wie konnte Sänger Steve Skaith da nur immer so scheinbar ruhig bleiben? War die Antwort etwa im gut geschützten Salon zu finden?

Wie auch immer. Skaith und Latin Quarter-Songschreiber Mike Jones hatten erfolgreich eine überdurchschnittlich sanfte Ausdrucksform inklusive Saxophon-Soli gefunden für Themen, die nur scheinbar weit vor der eigenen Haustüre lagen. „What’s keeping the White House white? Is it chalk, is it fog, is it fear?“, ist darunter bei weitem nicht das einzige Albumzitat, das mühelos die Brücke in unsere Gegenwart schlägt. „Modern Times“ verschaffte sich mit seinen zeitlosen Themen auch leicht den Zugang durch die Vordertüren der seinerzeit wenigen Radiosender und in die vorderen Reihen prominent positionierter Plattenregale. Ein bisschen Troja-Gaul hilft halt immer. 18. April 2018 | Downtown Bluesclub. (kel)


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