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Der U(h)rvater

Kein Kühlschrankmagnet dieser Welt reicht für den besten Albumtitel der Woche hier aus: „Nie zu spät für eine glückliche Kindheit“ von Sven Bünger gehört vermutlich auch eher in den nächsten Haustürrahmen geritzt. Muss ja nicht gleich mit Blutsbrüderig trunkenen oder anderen zweifelhaften Ritualen einhergehen. Verknüpft ist diese Botschaft vielmehr ohne jeden Verdacht auf Berufsjugendlichkeitsmodi mit einem gut beobachteten Aufruf an die Armeen der Unzufriedenen dort draußen. Entsprechendbolzt Bünger im Alte Herren-Modus wie eine Mischung aus Kyriakos Papadopoulos, Sebastian Madsen und einer gewissen „Ann Katrin“, die den Fehler wohl nicht in diesem Leben mehr finden wird.

Das folgende Trio-Cover „Da Da Da“ geht als probater Durchlauferhitzer durch und bereitet den Weg für bärbeißige Argumente gegen alle Mitleidshirnficks in deiner Nachbarschaft. Da hilft auch mal blanker Zynismus um Eitelkeiten freizulegen und da hilft auch einer wie Lars Plogschties am Schlagzeug und natürlich nicht zuletzt Produzenten-Kollege Tobias Levin. „Nie zu spät für eine glückliche Kindheit“ kackt dabei auf irgendwas mit Freunde bleiben und reibt sich auch mal wie der Hund im Fisch mit Pohlmann als „Endzeitprophet“. Muss man ein bisschen aushalten können, dann wird es am Ende doppelt schön. Oder um es abschließend mit Bünger zu sagen: „Ich brauch nichts“. Konzerttermin folgt. (kel)


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