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Album der Woche: Anti-Flag

Klingt logisch, klingt im Ergebnis überragend großartig. „Wir leben in düsteren und polarisierenden Zeiten„, sagen Anti-Flag. „Wir wollten unsere Message also nicht auf überhebliche oder beklemmende Art und Weise unter die Hörer bringen. Mit ein bisschen mehr Melodie lässt sich die Pille besser schlucken. So ist es wirkungsvoller und einfacher.

„American Fall“ heißt das neue Meisterwerk der meisterhaften Polit-Punks aus Pittsburgh und das ist mehr Pop-Punk, als jedes andere ihrer Alben zuvor, ist musikalisch euphorisch, eingängig, mitreißend, phasenweise geradezu hemmungslos hymnisch. Dafür holten sich Anti-Flag Benji Madden von Good Charlotte als Produzent ins Boot, gemeinsam erschufen sie Songs wie „American Attraction“ oder auch „Racists„, die man ohne schlechtes Gewissen mit einer Band wie Green Day vergleichen darf.

Nur zwei Hymne von vielen, nur ein Kracher von elf Krachern. Denn ob sie nun mit „When The Wall Falls“ feinsten Ska-Punk zocken, „The Criminals“ und das Rancid-ähnliche „Trouble Follows Me“ mit Chören verfeinern oder mit zum Beispiel „Digital Blackout“ einen klassischen, schroffen Anti-Flag-Song zimmern, die Band liefert komplett ab. Besser kann man Punk nicht spielen.

Gleichzeitig und natürlich ist „American Fall“ auch ein radikales, ein wütendes, ein komplett politisches Album. „The clock tick tick tick tickin’ down to a disaster“ singen sie und „This propaganda so impossible to resist Where ideology replaces being honest“, „I’ll never trust you You’re just a liar“ und und „A nation highjacked by the criminals„. Klar, worum und wogegen es geht. Trotzdem und das lohnt sich: Im Booklet von „American Fall“ stehen nicht nur die Texte, sondern auch Erklärungen dazu. Was noch mehr für ein echtes Album (das ihr zum Beispiel bei echt guten Menschen von Finest Vinyl bekommt) und gegen das simple Streamen spricht. Old School. Punk. (mf)


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