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Wer nichts wird, wird Wir.

Der Hamburger Sechserbus bemüht eine ähnlich fiese Wege-Falle wie die S-Bahn nach Diebsteich statt Altona. Denn plötzlich stehst du statt auf St.Pauli mit halbem Bein irgendwo in der Hafencity, diesem Stadtteil bar jeder Versprechung. Und natürlich hast du es eigentlich eilig. Nur weil Kettcar diese Linie zitieren, klebt da zwar noch keine getoastete Metapher automatisch auf dem nassen Straßenpflaster. Aber mangelnden Detailreichtum vorwerfen kann denen innerhalb der Befindlichkeitsaromen halt auch keiner.

Ansonsten nicht sehr viele Neuigkeiten ein paar Wochen nachdem wir „Ich vs. Wir“ nicht zum Album der Woche küren wollten, weil Kettcar eben das ganze Jahr über Relevanz verschütten wie Rotwein auf den hellen Pulli. Ewige Nichtfans und Dauerbeleidigte möckern wie gestern, der Sommer von 1989 erinnert immer noch charmant an Clowns und Helden und stachelt wie Draht auf Haut. Andere nähten Stoffbahnen, nahmen den Ballon und landeten später in Hollywood. Kettcar stattdessen im „Das Gegenteil von gut ist gut gemeint“-Diskurs. Oder im 622er Bus nach Wien. Und noch was: Kettcar-Setlists tragen jetzt halt den einen Running-Gag der gefühlt ewigen Redundanz weniger. War eine schöne Zeit in der Vorhersehbarkeit seit den Vorgängern. Doch das muss dann auch mal reichen. Die Straßen und Mauern unseres Viertels haben nicht umsonst zwei Seiten. Sogar eine gegen Deutschland. concert-news präsentiert: Kettcar in der Großen Freiheit 36 am 5., 6. und 7. Februar 2018. (ptk)




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