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3 Fragen an: Fünf Sterne Deluxe

Neulich hier: Wir küren „Flash“ von Fünf Sterne Deluxe zum Album der Woche. Und auf Facebook so: Hat einer gelacht. Eine andere gemeckert, das wäre Ausverkauf. Ohne, dass sie das Album kannte. Ein natürlicher Reflex natürlich, kein Vorwurf, jeder soll das sagen und denken, was er meint. Auch wenn es in diesem Fall: Unsinn ist. „Flash“ ist kein Ausverkauf. Als ob man heute mit einem Album reich werden kann (wenn man nicht Kollegah oder Sido heißt).

Und außerdem, Fünf Sterne Deluxe, wer, wenn nicht sie dürften machen, was sie wollen. Haben sie immer gemacht, machen sie weiter. Und machen das auch 17 Jahre nach „Neo.Now“ ganz vorzüglich. Wir so: „Die größte Leistung der Fünf Sterne Deluxe ist, dass sie hier zu jeder Sekunde, mit jedem Wort und jedem Beat als Fünf Sterne Deluxe zu erkennen sind, aber trotzdem nicht wie vor 20 Jahren klingen. Oh nein, das hier ist typisch, aber anders, Old School, aber nicht alt, einfach klasse und hochgradig spannend. Manchmal albern, gerne flach, an anderen Stellen ernst, politisch, die Mischung stimmt. Inhaltlich, musikalisch, atmosphärisch.“

Am 19. und 20. Dezember spielen Fünf Sterne Deluxe im Docks. Vorher haben wir Tobi und Bo zum Interview getroffen.

Als Curse zurück kam, gab es Krititk, er käme nur zurück, weil HipHop grad groß ist, auch die Beginner haben nicht nur positive Reaktionen bekommen. Macht man sich über so etwas Gedanken?

Tobi: Wir haben uns davon eigentlich frei gemacht.

Bo: Es ist eher so eine Spannung. Als Künstler ist doch so, dass das Album fertig ist und dann ist… es fertig. Und dann kommt irgendwann das Feedback und das ist das, was für uns spannend ist, weil das letzte Album so lange her ist. Ich glaube unsere Fans von früher werden derbe drauf flashen, interessant wird es, wie die neue Generation darauf reagiert. Aber wir sind keine Mathematiker und berechnend, dass wir sagen, wir machen das so und so, sondern haben sehr, sehr frei geflasht.

Setzt ihr euch HipHop-Grenzen?

Tobi: Wir setzen uns geschmackliche Grenzen und die sind nicht definiert. Denn die verändern sich während der Zusammenarbeit. Es gibt Sachen, die ich erst nicht gut fand, aber dann hat Bo mir Sachen vorgespielt und ich bin drauf geflasht.

Bo: Wir waren dieses Mal sehr offen, haben sehr viele Sachen gemacht, die wir uns so damals nicht getraut und nicht gemacht hätten, weil es komisch gewesen wäre. Aber bei diesem Album haben wir dann gesagt „Das fühlt sich komisch an, lass man weiter in die Richtung gehen und gucken, wo wir landen.“ Manche Sachen haben dann auch nicht geklappt, andere aber eben schon. „Monulani“ im Speziellen mit Pauken und Opern-Gesang ist dann schon sehr extrem und das haben wir dann auch bis ins Extrem umgesetzt und wirkliche Opern-Sänger geholt. Wir waren verspielt, haben aufgemacht und einfach losgelassen und ich glaube, dass ist auch die große Stärke des Albums, dass man einfach merkt, dass wir Spaß dran hatten und dass wir uns keinen Rahmen gesetzt haben.

War das früher denn anders? Oder habt ihr heute einen anderen Status und könnt andere Dinge machen?

Tobi: Es gab damals in den 90ern ja immer diese Realness-Diskussion, der wir uns allerdings schon immer entzogen haben. Aber ich glaube der Unterschied ist einfach 20 Jahre weiter Musik hören. Weil damals zum Beispiel waren Soul und Funk zwar auch Teil von HipHop, aber mehr ein Vehikel, als Sample. Und wir haben in den letzten 20 Jahren unseren musikalischen Kosmos jetzt so weit geöffnet, dass im Prinzip alles geht und eben nicht nur als Vehikel.

Bo: Damals war HipHop auch noch eine Subkultur, was heute ja nun auch nicht mehr so ist. HipHop ist größer denn je und auch wenn Straßenrap natürlich grad besonders präsent ist, ist auch die Bandbreite von Casper über Cro bis Jan Delay größer denn je. Die Leute sind generell offener und hören auch nicht mehr nur eine Musik, das ist schon eine andere Hörerqualität, die es so damals nicht gab. Damals hat man sich klar für HipHop entschieden.

Interview: Mathias Frank
Das vollständige Interview gibt es bei gaesteliste.de


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