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Chor des Monats: Januar 2018

Das Paradies live @ Hamburg Harbour, Knust, Hamburg, 13.01.2018<br /> Copyright Doreen Reichmann Photography, 2018, all rights reservedNeues Jahr, neue Runde. 2018 kommt Großes auf uns zu. Viele Mega-Acts werden Hamburg rocken. So spielen zum Beispiel Metallica kurz vor Ostern in der Arena, die Foo Fighters rocken im Sommer open air und aktuell läuft der Vorverkauf für U2, die nach 33 Jahren endlich mal wieder unsere Hansestadt in ihren Tourplan eingebunden haben. Das erste der vielen Großevents fand direkt im Januar statt: Depeche Mode haben am 11. Januar in der ausverkauften Barclaycard Arena gezeigt, dass sie nach all den Jahren kein bisschen müde sind und  einen mitreißenden Mix aus Neuem und Klassikern geboten. Was darüber hinaus letzten Monat an Perlen, Aufregern, Besinnlichem und Unterhaltsamem zu erleben war, haben wir hier zusammengetragen:

*** Razz (7.1., Knust) Die Jungs aus Ostfriesland haben trotz der vielen Festivalauftritte das Knust ausverkauft. Das Publikum war entsprechend begeistert – ein bisschen mehr Abwechslung würde man dem doch recht geraden Indiepop aber schon für die Zukunft wünschen. Dennoch, über die Qualität des Konzertes kann man nicht meckern. (eh)

Axel Flóvent live @ Hamburg Harbour, Knust, Hamburg, 13.01.2018<br /> Copyright Doreen Reichmann Photography, 2018, all rights reserved

*** Hamburg Harbour Festival (13.1., Knust) Ein Abend voll mit tollem deutschen Indiepop und einem Isländer. Das Paradies ist der neue Geheimtipp, Axel Flovént wundervoll verträumt und sympathisch und „Headliner“ Moritz Krämer endlich wieder solo unterwegs! Die Künstler hatten dank kurzer Umbauzeiten mehr als genug Zeit für ihre Musik und jeder ist auf seine Kosten gekommen. Ein zurecht ausverkauftes zweites Hamburg Harbour-Festival! (eh) *** Gisbert zu Knyphausen (14.1., Große Freiheit 36) Zuerst hatte man das Gefühl, Gisbert würde sein neues Album runterspielen, doch dann folgten alte Klassiker, einschließlich des großartigen „Kräne“ und einem Kid Kopphausen. Band wie auch Publikum waren hochmotiviert, was für ein schöner Abend mit alten und neuen Songs! (eh)

*** Alexa Feser (16.1., Gruenspan) Die Show glich einem lyrischen Feuerwerk. Schlagzeug und Gitarre suchte man an diesem Abend vergeblich. Nur mit einer reduzierten Besetzung der Berlin Strings, bestehend aus zwei Geigen, einer Bratsche, einem Cello und dem eigenen Einsatz am Klavier, sorgte Alexa Feser für mächtig Gänsehaut und amüsante Geschichten. Aber auch einen kleinen Ukulelen-Auftritt im Publikum ließ sich die charmante Singer-Songwriterin nicht nehmen. Ein wundervoller Abend der besonderen Art. (tki) *** YungbludThe Strypes (26.1., Molotow Sky Bar/Club) Dominic Harrison ist 19 Jahre alt und ist Brite. Mit seiner Band Yungblud, gerade mal eine EP veröffentlicht, die nach den ersten zwei Gigs der Tour bereits ausverkauft war, dreht er komplett durch. Rock-Hip-Hop-Indie-Fresse. Die Sky Bar tropft aus allen Poren, endlich mal etwas erfrischend neues, voller Elan der Jugend und erfrischend lyrisch-kritischen Inhalten der Songs. WOW. Dann noch für die letzte halbe Stunde bei den Strypes eingekauft. Ich weiß nicht ob das was persönliches ist, aber ich finde diese angeblich aufregenden Iren, immer wieder einstudiert und ge-casted. Ist so, höre und sehe ich nach dem vierten Erleben immer noch nicht anders. (tk)

*** Anderson East (27.1., Nochtspeicher) Da ließ sich selbst die Tür kaum noch öffnen. Der Nochtspeicher platze aus allen Nähten während Anderson East auf höchstem Niveau seine Songs zum Besten gab. Auf schweißtreibendes Tanzen folgten zum Ende hin ebenso eindrucksvolle ruhige Töne des Amerikaners. (tki) *** Audrey Horne (28.1., Hafenklang) Im ausverkauften Hafenklang größtenteils textsichere Hardcore-Fans, ich als Audrey Horne Neuling mittendrin. Und jetz bin ich verliebt. Diese Band ist eine der geilsten Live-Bands, die ich in meiner über 20-jährigen Konzertgänger-Karriere gesehen habe! Was für eine absolut scheiße-geile (sorry), schweißtreibende, launemachende Rockshow! Der Sänger ständig in Bewegung, die Gitarristen am Posen und Battlen, die Ansagen ungekünstelt – alles kommt so authentisch, so als ob da ein paar Typen auf der Bühne zusammen mit uns ihren Rock’n’Roll Lebenstraum abfeiern. Unbedingt noch zu erwähnen: Die ebenfalls großartigen Support-Acts Dead City Ruins und Magick Touch. Dieses Package hat an diesem Abend Maßstäbe fürs Konzertjahr 2018 gesetzt! (df)

*** Cradle Of Filth / Moonspell (29.1., Gruenspan) Achtung, es folgt ein Rant: Wenn auf der Club-Website steht, 20 Uhr sei Beginn, und wenn ich dann um 20 Uhr ankommend Moonspell bereits in vollem Gange vorfinde und Leute mir sagen, die spielen schon seit einer Viertelstunde, dann komme ich mir verarscht vor. Da würde ich den Club dann gerne mal fragen, was das soll. Rant Ende. Ansonsten wars schön. Moonspells düstere Soundlandschaft aus Atmosphärik und Härte, die finstere Aura von Frontmann Ribeiro, ein großartiges Finish aus den Klassikern „Alma Mater“ und „Full Moon Madness“ (ob der Anfang großartig war, weiß ich ja leider nicht) – die Portugiesen enttäuschen einfach nie! Ob Cradle Of Filth nie enttäuschen, kann ich schlecht sagen, denn ich habe sie 1999 zum ersten und bis vorvorgestern letzten Mal live gesehen. Sie waren jedenfalls ziemlich gut. Ziemlich böse. Der reinste Black Metal Tornado. Hat Dani Filth zusätzliche Stimmbänder? Live schafft er es fast wie auf den Alben zwischen seinen extremen Kreisch-, Growl-, Scream- und Gollum-Vocals hin und her zu springen. Hammer. Und dann war da noch der White Trash Assi mit seiner Tusse links neben mir, der ernsthaft mit Handylicht filmen und fotografieren musste. Vom Sicherheitsmann neben dem Mischer darauf angesprochen, gabs Stinkefinger, Pöbelei und den Vorschlag, das vor der Tür zu klären. Ich hätte es ihm gegönnt, wenn der Ordner ihm den Gefallen getan hätte. Aber der hatte einen Geduldsfaden von der Stärke von Dani Filth’s Stimmbändern. Bewundernswert. (df)

*** A-Ha (30.1., Barclaycard Arena) Vielleicht war es ein bisschen groß für eine Unplugged-Show und manch Mitklatscher war unfasslich fehl am Platz (ach was, alle jeder einzelne), am Ende aber überragten die Songs, die neuen Inszenierungen und die großartigen Mitmusiker an Piano, Streichern, Bläsern & Co., die sogar die Band selbst regelmäßig in den Schatten stellten. (mf)