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Album der Woche: GoGo Penguin

Ein paar Meter weiter quält sich eine viel zu voll beladene Waschmaschine mit dunkler Wäsche. Irgendwo auf drei Vierteln des Weges der notwendig ist, um endlich die Tür zum Badezimmer zu schließen, liegt vielleicht die Betriebsanleitung für in „A Humdrum Star“ im Weg. Das vierte Album von Chris Illingworth, Nick Blacka, Rob Turner und Grant Russell aus Manchester ist jedoch mitnichten mit allen Wassern gewaschen, wie jetzt die denkbar höchste Plattitüde jeden Kalauer im Keim ertränken würde. Doch GoGo Penguins Kompositionen führen mich seit 2012, seit „Fanfares“ immer wieder an jene staunenden Momente meiner Kindheit zurück, als wiederholt nur noch eine dicke Glasscheibe das zirkulierende Wasser mit den getränkten Stoffen von meiner unschuldigen Gesichtshaut trennte. Vor der pickeligen Pubertät wohlgemerkt.

Dieses reine Grundvertrauen beschreibt die Presseinfo zu „A Humdrum Star“ als den Augenblick, da „auf lebhafte Weise schon immer verschiedene Welten kollidierten“. Puristen mögen jetzt zurecht darauf hinweisen, dass solch feinziseliertes, kompositorisches Geschick zwischen Beats, Piano, Brüchen, Electronica und Bässen unter der gefühlten Blue Notes-Kathedrale so rein gar nichts mit dem nächstbesten hochgeJazzten Schleudergang zu tun haben möge. Aber erklären Sie das doch mal dem Kinde. Alles in allem wirkt GoGo Penguins „A Humdrum Star“ übrigens fertiger als seine Vorgänger, weniger zick, dafür etwas mehr zack. Und wer jetzt beim Hören beginnt, seiner inneren Unruhe mit Bleistift und leeren Millimeterkästchen entgegen zu wirken, ist schon ganz nah dran am ganz und gar nicht eintönigen Stern „A Hundrum Star“. Und damit am noch weniger versteckten Zauber dieser Platte (die es unter anderem auch bei den zauberhaften Menschen von Finest Vinyl zu kaufen gibt …). Oder an der nächsten Kochwäsche. (kel)



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