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WhatsApp, Ikea und abseits des Idealgewichts

Die ersten Töne erinnern stimmlich wage an Philipp Poisel. Benoby pfeift allerdings auf den klassischen roten Faden, das immer wiederkehrende Leid, stattdessen vereint er die vier Elemente und packt noch eines zusätzlich drauf. Und das hört man auf seinem Debütalbum. Eine regelrechte Achterbahn der Genres, nicht zuletzt durch seine stetigen Kämpfe.

„Es hatte alles seinen Sinn, die schlechten und die guten Sachen. Hätte ich für meine Musik nicht so kämpfen müssen, dann wäre ich doch ein ganz anderer Mensch mit einer ganz anderen Geschichte und ganz sicher anderen Songs geworden.“

“Mein fünftes Element” umfasst einen wagemutigen Mix aus Hip Hop, Soul, Jazz und Pop, in dem der Singer-Songwriter leider manchmal abhanden kommt. Nicht nur die Chronologie wirkt ab und an holperig, auch Songs trumpfen mit gewöhnungsbedürftigen Sprüngen auf, sodass man Benoby in seiner Vielfalt gar bremsen will. Vielleicht ist es aber gerade dieses Zusammenspiel aus unausgereift und ungewohnt, das den Funken trotzdem überspringen lässt, wenn auch mit leichten Anlaufschwierigkeiten. Wer diese überwunden hat, kommt in den Genuss von recht passablen melancholischen Momenten. Nichts ist eben perfekt und genau das ist eben auch sein Thema, das sich auf der Platte durchzieht. Eine Stärke, die in diesem Alltagsgewand zwischen WhatsApp, Ikea und abseits des Idealgewichts schön getragen wird und dem Album Charakter verleiht.

Am 16. März spielt Benoby einen kleinen feinen Gig im Birdland. (tki)