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BDMKM Vol 21: Taste Of Greed

Am 25. März präsentieren wir euch die legendären Obituary im natürlich längst ausverkauften Logo, siehe hier.  Den Abend eröffnen werden die Hamburger Metaller von Taste Of Greed, die am am 4. Mai  ihr neues Albums „Irreversible“  veröffentlichen (und diesen Release bereits am 13. April im Knust feiern). Und das ist eine Band, die man kennen muss. BDMKM eben. Heute: Folge 21 mit Sänger Jens Dölken und Gitarrist Andreas „Frosty“ Frost.

Wer seid ihr, wie lange gibt es euch und wieso spielt ihr das, was ihr spielt?
Frosty:  Wir sind 5 Hamburger Jungs Mitte 30, die Bock auf knallharten Metal haben. Musikalisch reizt uns vor allem der Thrash- und Death- Metal. Es kann eigentlich nicht wild und schnell genug sein. Aber die Songs sollten neben der notwendigen Portion Aggressivität wiedererkennbare Elemente und vor allem einen Charakter haben. Für uns können das mehrere Aspekte sein: An erster Stelle steht bei uns das Gitarrenriff, was ein interessantes Thema mit spannenden Variationen haben muss. Erweitert wird das Riff durch melodische Harmonien in der zweiten Gitarre sowie durch die intensiven Growls, die durch ihre eigene Rhythmik das Riff ergänzen. Aber auch ein mitreißender Groove ist uns wichtig, um für die Kopfnicker zu sorgen. Auf jeden Fall muss es etwas sein, was einem nach dem Hören nicht mehr aus den Ohren geht.

Jens: Für diesen Mix haben wir uns „entschieden“ weil wir, neben der gemeinsamen Leidenschaft zur härteren Gangart, Inspiration und Einflüsse aus unterschiedlichen Genres mitbringen und diese auch verwursten möchten. Wir legen uns nicht auf eine konkrete Richtung fest sondern spielen das worauf wir gerade Lust haben. Das macht unseren Sound aus.

Was muss man sonst über euch wissen und Fans welcher anderer Bands können sich das Weiterlesen jetzt sparen?
Frosty: Zur Inspiration für unsere Musik bedienen wir uns nicht nur dem Thrash- und Death-Metal, sondern auch den weiteren Subgenres, wie insbesondere dem Progressive, Melodic und Power Metal. Daher ist jeder Metalhead, der einer modernen Interpretation des Metal-Genres gegenüber aufgeschlossen ist, herzlich eingeladen, jetzt weiter zu lesen.

Jens: Es ist vielleicht auch interessant zu wissen, dass jeder von uns einen festen Job hat und die Musik bisher für uns ein Hobby ist. An dieser Stelle darf man ebenfalls wissen, dass neben Metal auch Ska, Reggae, Punk, Classic Rock und sogar Country / Bluegrass auf unserer Favoriten-Liste stehen. Wir sind also recht offen, was die musikalische Bandbreite angeht und möchten somit auch keinen Fan an dieser Stelle ausschließen. Musik sollte nicht nur eine Einstellung verkörpern sondern auch den Zuhörer emotional in einem gewissen Lebensabschnitt begleiten. Und vielleicht braucht es gerade einfach den harten Ton in deinem Leben. Also hör dir unsere Musik an und komm zu einer unserer Shows. Vielleicht finden wir ja zusammen …

Taste Of Greed live – was dürfen wir erwarten?
Frosty: Vollgas auf allen Kanälen!

Jens: Eine gewisse Prise Eigenhumor und eine Show bei der selbst Stellen an unserem Körper schweißnass sind, die es sonst eigentlich nicht unbedingt hergeben (wie z.B. die Schienbeine von Frosty).

Wie wohl fühlt ihr euch als Künstler in Hamburg, was würdet ihr gerne ändern und was findet ihr so richtig toll an und in der (Musik-)Stadt?
Frosty: Die Lebensqualität in Hamburg ist extrem hoch und das kulturelle Angebot sehr vielfältig. Daher leben und spielen wir sehr gerne in Hamburg. Wir versuchen dabei, ein enges Netzwerk mit lokalen Bands zu knüpfen und befreundete Bands immer weiterzuempfehlen. Denn letztendlich ist es der Zusammenhalt der Bands untereinander, der eine gut funktionierende Szene ausmacht. Die größte Herausforderung sehen wir leider in der Ausgeh- bzw. Bezahlbereitschaft für Newcomer Bands. Die Gründe hierfür sind sicherlich das generell sehr hohe Angebot an Konzerten sowie die Preiskonkurrenz durch Veranstaltungsmeilen, in denen kein Eintritt verlangt wird (z.B. Reeperbahn), so dass hierdurch die Bereitschaft für das Zahlen von Eintritt sinkt.

Jens: Hamburg ist eine tolle Stadt, ohne Frage, und jedes Genre findet hier an den unterschiedlichsten Orten ein Ohr. Aber die Vielfalt macht es manchmal auch kompliziert. Es gibt eine Vielzahl an Venues und ein großes Angebot an Shows jeden Tag und genau das bietet Möglichkeiten für den Zuhörer, aber zugleich auch Hindernisse für die eigene Band. Die meisten von uns haben ihre musikalische Karriere in kleineren Städten begonnen und da gab es maximal eine Handvoll Konzerte an einem Wochenende, die in der Regel auch noch gut besucht waren. In Hamburg ist es viel schwerer, neue Leute zu erreichen und Gäste am Abend zu bespielen die sagen „ich hatte heute Abend noch nix vor, kannte niemanden vom Line-Up und wollte mir mal neue Bands anschauen“.

Wie war es in England?
Frosty:  Die fünf Tage um die drei Gigs in Liverpool, Derby und Manchester waren extrem lustig, spannend, aber leider auch viel zu schnell vorbei. Die Jungs von „Footprints in the Custard“ aus Manchester waren hervorragende Gastgeber und wir freuen uns sehr darauf, uns bei ihnen revanchieren zu dürfen, wenn wir sie am 13.04. zu unserer Release-Show ins Knust einladen und am Tag danach noch einen Gig in Bremen spielen.

Was wir besonders bemerkenswert fanden, war die generelle Entspanntheit der Engländer, sowie auch ihre Pub-Kultur: Im Gegensatz zu der doch etwas konservativen Ausgehkultur in Deutschland sind die Engländer hier deutlich offener und flexibler: Während man in Deutschland den Abend gerne zu Hause mit guten Freunden verbringt, geht man in England schon mittags zum Lunch in den Pub und trifft beim Bier spannende neue Leute. Das wirkt sich aus unserer Sicht auch auf die Ausgehkultur am Abend und bei Konzerten aus. Hier ist die Bereitschaft deutlich höher, Geld für ein Live-Konzert von unbekannten Künstlern und Newcomern auszugeben, was letztendlich der Förderung von Nachwuchsbands entgegenkommt.

Jens: Es war der Hammer! Wir wurden super aufgenommen (sowohl von unseren neu gewonnenen Freunden von Footprints in the Custard als auch vom englischen Publikum), wir hatten eine tolle Zeit und würden gerne jederzeit wiederkommen und noch mehr Shows im Land spielen.

Und wie wird es mit Obituary?
Frosty:  Das wird fett! Wir werden auf jeden Fall Vollgas geben und dem ausverkauften Logo ordentlich einheizen! Wenn uns jemand im Jahr 2002 erzählt hätte, dass wir mal Support für Obituary spielen dürfen, hätten wir den Kollegen wahrscheinlich für total verrückt erklärt. Und jetzt geht ein kleiner Teenager-Traum für uns in Erfüllung!

Jens: Obituary wird unsere erste Support-Show für eine derartige internationale Institution und wir freuen uns immer noch wie blöd, dass gerade wir diese Möglichkeit bekommen werden.

Was muss man tun, um aus der Band zu fliegen?
Jens: Als Drummer mit einer geschlossenen Hi-Hat spielen (lacht)

Stellt Euch vor, beim nächsten Auftritt spielt ein berühmter Musiker einen eurer Songs zusammen mit euch auf der Bühne. Wer wäre es und für welchen Song?
Frosty:  Natürlich wäre es großartig, zusammen mit einem berühmten Musiker auf der Bühne zu stehen. Hier steht für mich persönlich James Hetfield an erster Stelle auf der Wunschliste. Um aber deine Frage konkret zu beantworten, würde ich mir wünschen, dass Lamb of God unseren Song „Deadlock“ einmal covern würden.

Jens: Ich würde mich freuen H.P. Baxxter mit an Bord zu haben. Gerne auch für das komplette Set! Das gibt mir kompetente Unterstützung was die Rockstar-Posen angeht und etwas Zeit zum durchzuatmen. Im Anschluss möchte ich gerne mit ihm und einer Akustikgitarre seinen Hit „Break It Up“ im Duett singen und damit meinen Ausstieg bei Taste of Greed herbeiführen. Das führt glaube ich dazu, dass man als Sänger aus der Band fliegt.

Welches Rock’n’Roll Klischee wollt ihr unbedingt noch erfüllen (bevor ihr an eurer Kotze nach einer Überdosis erstickt)?
Frosty: Wenn die Musik irgendwann genug Geld einbringen sollte, würde ich am liebsten mit Iron Maiden gleichziehen und uns einen eigenen Flieger inkl. Airline und Pilot anschaffen.

Jens: Ein Hotelzimmer auseinandernehmen, ohne dass dieses später in Rechnung gestellt wird. Das waren noch Zeiten… Blödsinns-Antworten in einem Interview geben, dass hoffentlich trotzdem irgendwo erscheint und dazu führt, dass die Leserschaft uns noch weniger hören möchte. Oder aber die Überdosis „genießen“ und jemand anderem aus der Band in den Mund kotzen und somit nicht derjenige sein, der an seinem Erbrochenen erstickt.

Wie soll es jetzt mit euch weitergehen? Was sind eure Ziele?
Frosty: Ganz unmittelbar steht als nächstes das Release unseres ersten Albums „Irreversible“ am 4. Mai an. Dazu spielen wir am 13. April im Knust Hamburg eine Release Show zusammen mit unseren Freunden von Footprints in the Custard, Welcome Dystopia und Controversial. Mit dem Release erhoffen wir uns natürlich, dass wir in der deutschen und internationalen Metalszene etwas bekannter werden und dadurch an weitere, spannende Support-Shows und größere Festivals gelangen. Ein Traum für uns wäre definitiv ein Gig auf dem Wacken Open Air Ansonsten schreiben wir parallel schon frischem Material, so dass dem Release eines Nachfolgers nichts im Weg stehen sollte.

Jens: Spätestens im Herbst wollen wir wieder auf Clubtour gehen. Ziel wäre es hier, eine größere Band auf ihrer Konzertreise bei mehreren Shows zu begleiten.

Interview: Mathias Frank