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Chor des Monats: März 2018

Sonne, Regen, Schnee und “Ostern” im Kalender. Eine bunte Mischung ist das. Wie auch die in puncto Konzerte des zurückliegenden Monats:

*** Brian Fallon & The Howling Weather (1.3., Berlin, Astra Kulturhaus) Es war ein Abend unter Kumpels, best buddies. Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass Brian Fallon Dave Hause mag und schätzt und gerne Zeit mit ihm verbringt, am besten on the road und so lag es nah, dass er ihn bat, mit auf Tour zu kommen. Dies bescherte uns in Berlin Anfang des vergangenen Monats einen wunderbaren Abend, an dem Dave mit Bruder Tim Hause im Vorprogramm schon richtig einheizte, sodass es beinahe  schwer schien, dies noch zu toppen. Mitreißend und herzlichst wie immer begeisterte Dave mit klasse Songs und Klassikern zum Mitsingen. Der kleine Mann ganz groß. Brian Fallon brachte seine aktuelle Band The Howling Weather mit nach Berlin, um die Songs seines neuen Solo-Albums, fernab seiner “Hausband” The Gaslight Anthem live zu präsentieren. Herrlich beschwingt, rockige und ruhige Momente, Herr Fallon auch mal am Piano, ergab dies eine wunderbare Mischung für einen kurzweiligen Abend, an dem nicht nur die Musik dominierte. Brian Fallon war in Redelaune und gab einige Geschichten zum Besten und interagierte mit dem Publikum. Rundum charmant und unterhaltsam. Dafür hat sich der Trip nach Berlin gelohnt, Hamburg stand dieses Mal nämlich nicht im Tourplan. (cR) ***Anna von Hausswolff (5.3. Kampnagel) Die schwedische Hohepriesterin bittet zum Indie-Noise-Drama-Orgel Spektakel und jede Sekunde der Musik wird aufgesogen. Rausch. Rock. Emotion. Danke Dame Hausswolff. Der Gitarrist Nebulosa bespielte das Vorprogramm grossartig instrumental und reihte sich dann in die fünfköpfige Anna-Begleitband ein. Wahnsinn. (tk)

*** JD McPherson (6.3., Gruenspan) Und Charly Crockett, bitteschön! Das war wieder einer dieser Abende, bei denen man den Support Act auf Augenhöhe mit dem Headliner erwähnen muss. Einer, an den man einfach Geld am Merch-Stand lassen muss und an den man lange gerne zurückdenkt. Support Charly Crockett: Die komplette Band in perfektem Country-and-Western-Outfit und ebendiesem Soundgewand. Country-Kitsch in reinster Form, in Bestform, authentisch und musikalisch richtig geil, immer wieder Ausreißer in Richtung Rock’n’Roll. Headliner JD McPherson und Band: Rock’n’Roll pur, Spielfreude pur, Schmalztolle und Upright-Bass, ein bouncendes bis tanzendes Publikum. Der vermutlich fast ausverkaufte Laden zelebriert den Sound der Swingin’ Sixties. Viel mehr Spaß kann ein Konzertabend nicht machen. (df) *** Dream Wife (14.3., Molotow) Der Club platzt aus allen Nähten und zum Song Somebody bitten die Musikerinnen alle weiblichen Zuschauerinnen in die ersten Reihen und dort zu bleiben. Wir haben lange auf Euch gewartet Dream Wife und ihr müsst bleiben. Eine herausragende Liveshow, wie zu erwarten nach dem Reeperbahnfestival-Vorgeschmack im letzten Jahr. (tk) *** Randale (18.3., Fabrik) Kindgerechter Rock, Metal und Ska kann also geil sein. Auch live. Randale schaffen den Spagat zwischen absolut kinderlieb und authentischem Rockertum. Die Lautstärke ist nur für die kleinsten zu laut, überall Zwerge mit Mickimausohren, die auf den Schultern der Eltern wippen. Vor der Bühne eine Kinder-Pit aus begeistert mitgehenden Halbwüchsigen, die der Frontmann nicht anbetteln muss, nach vorn zu kommen. Richtig voll war es in der Fabrik, Eltern hatten ebensoviel Spaß wie ihre Lütten und wir haben auch noch was gelernt: Einer der usprünglichen Tänze im Rock’n’Roll war… die Polonaise. (df) *** Conner Youngblood (18.3., privat) An einem Sonntag im März bei Freunden in einem Hamburger Wohnzimmer bot der Texaner Conner Youngblood seine Lieder in einer zarten, akkustischen Form dar. Anfangs noch etwas schüchtern spielte er, an dem Tag aus Kopenhagen angereist, vor etwa 30 Gästen viele seiner Stücke und erzählte jeweils eine kleine Geschichte dazu. Das war äußerst charmant und herzlich. Eine wunderschöne Art, den Sonntagabend zu verbringen. (cR)

*** Greta Van Fleet (24.3., Markthalle) Krasse Nummer. Da kommt ne Gruppe junger Bengel zum ersten Mal nach Hamburg. Wird in das kuschelige Molotow gebucht, wegen großer Nachfrage in die größere Markthalle verlegt und spielt schließlich eine ausverkaufte  Show, wo sie mal eben eiskalt so gekonnt und sicher  die wilden Siebziger zitieren und sich anhören, wie Led Zeppelin und Hendrix in ihren Hochzeiten. Respekt. (cR) *** Obituary (25.3., Logo) Man betritt das ausverkaufte Logo, drängt sich zwischen langen Haaren und Kutten zur Bar durch und denkt sich: “Endlich nomaaaale Leute”. Eine Stunde und eine ziemlich geile Vorband später steht man mittendrin, atmet stickigen Mief, Obituary lösen gleich mit dem ersten Akkord ein Erdbeben und totales Glücksgefühl aus. Das hält an bis zum Ende und man ist einfach nur froh, diese perfekte Dosis Metal-Urgewalt miterlebt zu haben. (df) *** Metallica (29.3., Barclaycard Arena) Gleich vorweg: die  alten Herren können’s noch. Nach so vielen Jahren im Geschäft und auf Tour haben Metallica nichts an Spielfreude verloren. Sie wirken frisch und haben echt Bock. Das macht Laune. Die Stimmung ist prima und soll den ganzen Abend auch so bleiben. Die Bühne in der Mitte des Innenraumes garantiert rundum beste (Ein-)Sicht. Wir stehen etwa in der fünften Reihe und können von dort entspannt dem Konzert folgen, Mitgehen, Mitgrölen etwas Hüpfen und Pogen. Es macht richtig Laune. Das Publikum ist mit der Band erwachsen und etwas ruhiger geworden und passt gut aufeinander auf. Kontrollierter Spaß und somit garantierter Spaß. Metallica kachelt ein Pfund nach dem anderen raus. Der Sound ist wuchtig aber nicht zu laut. Die Bühne mit den sich senkenden und hebenden Videowürfeln beeindruckt genauso, wie die kleinen Lämpchen, die an Mini-Drohnen wie Glühwürmchen über die Bühne fliegen. Neben dem akustischen ein fantastisches visuelles Erlebnis. Am Ende bleibt nur zu sagen: ein rundum gelungener Abend, an dem glaube ich niemand enttäuscht nach Hause ging und an dem für mich persönlich einfach alles perfekt lief inklusive ergattertem Gitarrenplektrum der Band und  reibungsloser An- und Abreise mit Bus und Bahn. Mega! (cR) *** Tour of Tours live @ Knust, Hamburg, 03.03.2018 Editors (31.3., Mehr! Theater) Entweder ich bin zu verwöhnt oder irgendwas stimmt nicht mehr an der einst so geliebten Band. Abgeschmackte Setlist, nur Tom Smith irgendwie dabei und keine Überraschungen, kein Funke. Selbst das Einzelspiel vom Meister Smith an der Gitarre ist eher lahm. Sorry, aber für das Geld, die Erfahrung, die Plattenhistorie war das zu wenig. Laut Türsteher sind die Ersten schon nach 30 Minuten gegangen. Wir haben wohl zu lange gewartet und hätten lieber noch Rhye im Gruenspan gesehen. (tk)


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