Ihre Show am 20. April ist längst ausverkauft. Bevor LEA uns aber im Nochtspeicher beehrt, trafen wir sie zuvor im Hardrock Café und sprachen mit ihr über ihre musikalische Wandlung und spontan Ausflüge zu Kollegen in Thailand.

Wer übrigens am 15. Oktober dabei sein will, sollte sich diesmal zügig ein Ticket für ihren Gig im Knust holen. Sicher ist sicher! Und für alle Ungeduldigen, spielt LEA zuvor mit Glasperlenspiel am 4. August im Stadtpark. Ausreden gelten bei diesem Aufgebot also nicht mehr!

In “Leiser” widmest du dich einem egozentrischen Typen. Wie stark hat er dich verändert oder vielleicht auch sensibilisiert?
Das frage ich mich auch. In dem Moment wollte ich es nicht wahrhaben und habe es nicht einmal gemerkt, dass ich es mit jemanden zu tun habe, der gar nicht an mir selber interessiert ist, sondern nur gerne mit mir Zeit verbringt, mehr aber nicht. Solchen Menschen wird man immer wieder über den Weg laufen und dabei lernen, wie man mit ihnen umgehen muss.

Deine Songs sind auch um einiges tanzbarer geworden, wie passt die außergewöhnliche Mischung aus tiefgründigen Songwriting und elektronischem Pop zusammen?
Ich liebe tanzbare Musik. Am Klavier schreibe ich relativ emotionale Texte und habe mich immer gefragt, wie ich es schaffe, dass meine Songs mit den emotionalen Inhalten tanzbar werden. Und ich glaube, dass “Leiser” gerade deswegen auch so gut funktioniert. Es ist ein schwieriges Thema, in einem relativ leichten, tanzbaren und unbeschwerten Gewand. Oft ist es auch eine tagesformabhängige Entscheidung, wie ich den Song heute fühle und spielen will.

Welche Rolle spielen Nisse, Mark Forster oder Gestört aber GeiL in deiner Musik?
Kollegen beeinflussen einen immer. Mit Nisse habe ich einen meiner wichtigsten Songs für das erste Album geschrieben. Für mich war es eine tolle Erfahrung seine erste Tour supporten zu dürfen. Von ihm konnte ich sehr viel lernen, zwischenmenschliches und wie er Konflikte löst. Mit Mark Forster stand ich auf der Echo Bühne, das war sogar mein erster TV-Auftritt. Und Gestört aber GeiL haben mich darauf aufmerksam gemacht, wie ein Song tanzbar werden kann, als sie “Wohin willst du” nochmal neu aufgenommen haben. Zuvor habe ich darüber nachgedacht, was will der Song eigentlich, der mich seit neun Jahren begleitet. Und ich habe gemerkt, dem Song tut es gut, wenn er nochmal in einem ganz neuen Gewand stattfindet.

“Ich brauch’ Nähe und Distanz. Ich brauch’ Sicherheit und ich lieb’ die Gefahr. Mich fasziniert Einsamkeit und Melancholie. Und eigentlich atme ich Fantasie” (“Rückenwind”) – Wie schaffst du die Balance zwischen alledem zu halten oder birgt es eher Gefahren?
Die Balance geben mir meine Familie und meine Freunde und eben den Rückhalt, um den es in “Rückenwind” geht. Den Song habe ich damals geschrieben, als ich eine schwierige Trennung hinter mir hatte und von ihnen große Unterstützung erfahren habe. Durch diesen Halt kann ich mich quasi in diese Gefahren stürzen und trotzdem habe ich dieses Sicherheitsgefühl. Nach der Schule bin ich z. B. für ein halbes Jahr nach Argentinien gegangen, ohne wirklich spanisch zu sprechen.

Alleinsein ist ein großer Bestandteil bei dir. Wie lange würdest du es in einem “Vakuum” aushalten?
So ganz in Vakuum ist man ja nie. Wenn ich ein Städtetrip alleine nach Barcelona mache, lerne ich vor Ort ja auch schnell Leute kennen. Ich mag es gerne alleine zu verreisen, Sachen für mich zu beschließen, ohne dabei Rücksicht auf andere Menschen nehmen zu müssen.

Wie laufen deine inneren Monologe ab? 
Ich sitze am Klavier, denke einfach nach und versuche das was dabei raus kommt aufzuschreiben. Das kann ich gar nicht besser beschreiben. Man müsste sich Lieder, wie “Vakuum” anhören, um das besser zu verstehen.

Bei Instagram gab es einen kleinen Gruß aus Thailand von dir mit Max Giesinger und Lotte. War das Zufall oder sind da gemeinsame Projekte im Gange?
Timothy von Small Sessions ist einer meiner engeren Freunde. Ich bin mit ihm gereist und Max und Lotte waren mit ihrem Management im Urlaub. Durch Zufall stellten wir auf Instagram fest, dass wir auf der Nachbarinsel sind. Dann besuchten wir sie einen Tag, übernachteten dort und sind am nächsten Tag zurück. Es ist aber nichts gemeinsames geplant.

Du studierst Sonderpädagogik/Musik. Dein Vater ist Musiktherapeut. Wolltest du in seine Fußstapfen treten?
Noch bin ich bei der Bachelor Arbeit, habe aber alle Kurse schon beendet und kann das Studium bald abschließen. Was er gemacht hat, fand ich immer sehr spannend. Momentan will ich einfach Lieder schreiben und diese auf der Bühne mit Menschen teilen. Wer weiß was die Zukunft bringt, vielleicht gehe ich später mal in die Richtung Musiktherapie. Meine Stücke sind ja eine Art Selbsttherapie. Ich glaube schon, dass das auch eine ähnliche Rolle übernimmt, wenn Menschen sich die Musik, in Momenten, in denen es ihnen nicht so gut geht, anhören.

Interview: Tanja Kilian

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