Leise rieselt Klischee. Das Mädchen Fredrika Stahl sieht schon in jungen Jahren einiges von der Welt. Wächst dabei abwechselnd in Schweden und Frankreich auf: Kosmopolitische Sozialisation, die üblichen Gelegenheitsjobs, Klavier- und Ballettunterricht. Ob sie die feine, dezent fragile Vielschichtigkeit ihrer beiden bisherigen Alben allerdings tatsächlich, wie kolportiert, beim Kellnern in einem English Pup inhaliert hat? Man möchte es bezweifeln angesichts der schönen Lounge-Tunes, die sich so gar nicht ultimativ in eine einzige Ecke drängen lassen wollen. Jazz, gefüllt mit Blues, Pop, Bossa und einer klaren Idee von Stimme hinter den (Verzeihung) Stahl-Blauen Augen (“I wanna be remembered as one of a kind unique. I wanna be special”). Wo jetzt die Klischees bleiben? Zitate wie “We met in the spring, we fell in the fall.” im etwas abgespeckten Sinatra-Sound sind dann doch immer noch ziemlich leckerer, aber auch ganz schön dicker, lyrisch-pathetischer Brotaufstrich. Reinbeissen am 11. März im Uebel & Gefährlich.Tickets hier. (kel)

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