Winterhood kommen aus eben dem Stadtteil Hamburgs, den nach der Schanze und Altona wohl jeder selbstgerechte Eine-Nacht-Steher mal im Taxi vor Sonnenaufgang anfährt. Vor ein paar Jahren hatte man für die folgenden 2,4 bis 24 Stunden gerne Dido zur Hand. Oder andere kompatible Downbeat-Alternativen. Konsens finden zwischen Anspruch, Popkultur und Frühstück. Winterhood bringen diese Stimmung auf “Spectrum” außerordentlich detailgetreu zurück.

Und tatsächlich kommen die fünf spätreifen Winterhuder um Sängerin Carolin Winter mit maximal delikater Arschruhe aus den Federn, reihen Morcheeba an Biobutter an bittere Orangenkonfitüre an Moodpop. Und was auch immer auf dem grellen Cover ineinander verlaufen mag, es zeichnet die naturgemäß vorhandene Entschleunigungsbewegung der zwölf Stücke anschaulich nach. Die Winter ist hier Mädchen, da Frau, mal abgeklärt, dann betrunken aber immer hellwach im Flow. Räder neu erfinden sollen doch andere. Chillout ist zurrück. Wiederhören und sehen erwünscht! Verruchen Sie übrigens auch das Konzert am 14. Januar in der Prinzenbar, Leser! (kel)

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