Jamie Cullum halt. Globales Wunderkind, ein Piano, Stimme, Jazz Awards und zu allem Überfluss auch noch frisch verheiratet. Banalität und Anspruch? Wir befinden uns in der Mitte zwischen Albumveröffentlichung im vergangenen November und dem Konzerttermin am 3. Juni in der Laeiszhalle (ausverkauft). Abstand genug also, “The Pursuit” einfach mal dem Autoradio vorzuziehen und die momentan schneegraue Strecke Altona-Bergstedt eine knappe Stunde lang zu beschallen.

Funktioniert überraschend gut, alleine weil hübsche Tempi- und Dynamikwechsel behende um Schlaglöcher herum führen. Weil spätestens mit dem herrlich fluffigen “Wheels” sogar Kopfsteinpflaster wie Watte scheint oder man zu “If I ruled the World” ganze Gustav-Gänseblümchen am Wegesrand ausreißen möchte. “Mixtape” mäandert gar textlich zwischen Louis Armstrong und den Nine Inch Nails. Ungeeignet gerät das alles eigentlich nur an Weggabelungen. Denn dort steht Cullum selbst, nicht ratlos, eher quietschvergnügt und rudert mit den Armen. Cole-Porter-Allee oder Popstar-Gasse? Egal, vor allem wenn einem wie diesem das Leben offenbar so spielend leicht erscheint, dass selbst ein Piano in bunten Fetzen durch die Gegend fliegt! (kel)

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