Manien und Depressionen im Kleid eines manchmal fast ausgewachsenen Orchesters? Ein Auge auf das Werk des Daniel Johnston (12. April, Fabrik, cn präsentiert) zu werfen, bedeutet nicht nur, dessen wiederkehrende “Eyeball” – Symbolik zu entdecken. Auch “Beam me up” stellt einmal mehr unter Beweis, dass der kalifornische Sänger noch immer vor schonungsloser Kraft strotzt. Sowohl mit, als auch ohne multiinstrumentierte Hilfe.

Manchmal klingt das dann tatsächlich, als zöge eines dieser ungeölten, marschierenden Blasorchester quer durch die gute Kinderstube (“Wicked World”). Oder Johnstons angestrengt zittrige Stimme lässt bereits im berührenden Intro einen Zug über den Kopf eines seiner vielen neugierigen Protagonisten fahren. “Sarah drove around in her Car” klingt gar in manchen guten Momenten wie ein Tom Waits auf Speed, der zu oft Van Halens’ “Jump” gehört hat. Und wem nicht spätestens im anrührenden Minielektro “Try to Love” das Licht einer irgendwie anderen Welt aufgeht, dem dürfte zumindest in empathischer Hinsicht nur noch (musik)therapeutisch zu helfen sein. Die vielen bereits Sehenden unter allen Seelen – Blinden dagegen beamen sich umgehend an Bord des (Alp)Traumschiffes Johnston. (kel)

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