Und dann tut sich diese dunkle Schönheit auf, das Lachen hinter dem tränenverschmierten Gesicht. “Pray for me” hallt es in die Welt hinaus und natürlich kann das Stück keinen anderen Titel haben als “Black Dress”. “Ourselves” folgt wie ein fiebrig kreisender Traum und Licht am Ende der Nacht zugleich.

Guten Morgen, guten Eintritt in die Welt von O’Death (16. Mai | Molotow). Die wurden mal als fröhliche Mischung aus “Tom Waits und Rednex” tituliert. Auf  “Outside” (VÖ: 6. Juni) hämmern die New Yorker IndieFolkPunker und brennenden PolkaNoir-Fetischisten jetzt allerdings sachte auf diversen Sargnägeln herum. Das Licht haben sie gleich fast ganz mit ausgeknipst.

Ob es (auch) die maligne Erkrankung und der schmerzhafte Behandlungsprozess ihres Schlagzeugers David Rogers-Berry war, der O’Death antrieb, dem Gothic American der Vergangenheit noch ein wenig mehr schwarze Tiefe zu verpassen? Der Umstand läge offensichtlich auf der Hand.

So geht “Outside” folgerichtig auch mit dem Übergang in neue Lebensphasen ins letzte Gericht, ringt in der ersten Hälfte nach Luft bei Neil Young, plärrt nicht ganz so arg wie 16 Horsepower seinerzeit. Und wenn dann ein verrostetes Banjo von warmen akustischen Saiten aufgefangen wird, lichtet sich für Augenblicke der weite Horizont. Subtil, fragil, in die Ferne schauend (“Howling Through”) und mit einer Menge offener Fragen gespickt. (kel)

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