Nach längerer Pause sind Okkervil River (21. Mai | Uebel & Gefährlich) wieder da. Frontmann Will Sheff, einziges verbliebenes Gründungsmitglied, lag in der Zeit zwischen dem letzten Album Jahr 2008 aber nicht auf der faulen Haut, sondern hat sich diversen anderen Projekten gewidmet. Seine Stimme erklang nicht nur auf dem neusten Werk von The New Pornographers, sondern er schrieb auch Lieder für Norah Jones und konnte eine Grammy-Nominierung einheimsen für die Produktion des Debütalbums von Roky Erickson. Doch jetzt sind Okkervil River wieder in der Priorität des Bandchefs.

Das neue Album “I am very far” läuft allerdings gefühlt entgegengesetzt zur Uhr Richtung Nacht zurück. Ohne Schutz und doppelten Boden. Ein Alptraum?

Zumindest stolpert “The Valley” zu Beginn, als fände der Protagonist den Ausweg in die Realität nicht mehr. Im Vergleich zu den alten Alben ist die Musik der Band opulenter und komplexer ausgefallen. Generell ist es etwas experimentierfreudiger und es gilt Chor- und Orchesterarrangements, Streicher und Horn abzuholen.

Erste relativ vertraute Töne lassen eine Weile auf sich warten. Bis dahin könnte “I am very far” die Tonspur abgeben zu einer ganzen Leinwand voller Kopfkino. Zu einer Szenerie, die sich Stück für Stück auf der Stelle dreht und selten Mitgefühl zeigt.

Wie die Band das live umzusetzen weiß, kann also kommende Woche im Uebel & Gefährlich bewundert werden. Dafür bringen sie ihre zwei Schlagzeuger und natürlich einen Haufen guter Songs älterer und neuerer Bauart mit. Zwischen mitreißend euphorisch und zurückhaltend melancholisch wird garantiert alles dabei sein. Support sind die Schweizer (Edit: Hamburger) Spring leads you Home tonight. (ak)

 

 

 

 

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