Eine Woche ist es nun schon her. Aber es scheint, als wäre es gestern. So schön war es. So unglaublich klasse. Und wüsste man es nicht besser, würde man sich auf eine baldige Wiederholung freuen. Aber die wird es wohl nicht geben. Udo Lindenberg Unplugged ist Geschichte. Es ist vorbei und erst im September wird das Ganze veröffentlicht. Wir schauten uns vergangenen Dienstag die zweite Warm-Up-Show des Meisters auf Kampnagel an. Und meine Güte, der Mann machte keine Gefangenen.

Okay, die für solche Events typischen Gaststars waren an diesem Abend noch nicht dabei. Aber dafür fehlten ebenso die Kameras, der vielleicht ganz große Druck, der Zwang. Und es regierte der Spaß, der Probencharakter, die Unbekümmertheit. Da brauchte niemand einen Jan Delay, einen Max Herre oder einen Stefan Raab. Udo Lindenberg rockte auch so sein Wohnzimmer.

Die Lobby des Atlantic wurde nachgebaut, Streicher, Bläser und viele weitere Musikanten spielten zwischen Fahrstuhl, Bar und Rezeption und immer mittendrin: Udo Lindenberg. Ein Schnacker, wie er im Buche steht, ein im Grunde kein wirklich guter Tänzer oder Sänger und genau deshalb so famos. So einzigartig.

Satte drei Stunden unterhielt er. Begeisterte er und machte so viel richtig. „Ich lieb dich überhaupt nicht mehr“ oder „Ein Herz kann man nicht reparieren“, „Was hat die Zeit mit uns gemacht“, „Er wollte nach London“ oder natürlich „Andrea Doria“. Das war großes Kino und fand in einem Gänsehaut-Duett mit Nathalie Dorra seinen Höhepunkt. Was war „Hinter’m Horizont geht’s weiter“ doch fantastisch. Dazwischen Geschichten und Anekdoten, am Ende Teile der Panikband und nach drei Stunden immer noch Lust auf mehr. Auch heute noch. Eine Woche danach.

Mathias Frank

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