Neulich auf dem Rathausmarkt: Festival-Atmosphäre bei Mukke für lau. Viele gute Bands (fast) aller Genres gibt es zu entdecken, dazu kaltes Bier für 2,50 und jede Menge Leute, die das alles freut. Und ich mittendrin. Toll.
Genau wegen solchen Sachen wollte ich damals in die Großstadt und weg vom Dorf, wo das nächste Konzert-Venue eine kleine Überlandreise entfernt war. Seit sieben Jahren ist Hamburg nun mein Wahl-Exil und ich bleibe immernoch wegen den gleichen Dingen hier: den ruhigen Ecken, den lauten Ecken, den tausend Clubs und Kneipen, der Vielseitigkeit und weil in dieser geilen Musikszene einfach immer irgendwo irgendwas geht. Zum Beispiel ein Rockspektakel.
So etwas schafft Lebensqualität und ist auch noch umsonst. Hier, wo ich den Ausdruck “Pay for Play” lernte. Wo ich für ein schlecht gefülltes 0,3er Astra im Club 3,30 hinblättern muss. Wo alles gentrifiziert und gewinnmaximiert wird. Wo Kunst und Kultur großgeschrieben, aber alle Subkultur-Zentren sukzessive ausgehebelt werden. Hier ist die Präsenz von unabhängigen Kultur-Events so wichtig, denn die machen eine Stadt erst zum Original. Und deshalb ist es so geil und wichtig, dass es immer noch Leute gibt, die aus reinem Idealismus und gegen alle Widrigkeiten ein Rockspektakel organisieren – und das weiterhin tun dürfen. I salute you. (ds)
