
Mal ehrlich, wer hätte gedacht, dass die Herren vom Orchester nach so vielen Jahren des hemmungslosen Blödsinns noch anfangen würden, Texte mit Tiefgang zu schreiben. Und das, ohne dabei den Spaßfaktor zu verlieren oder gar unglaubwürdig zu werden. Tja, liebe Spaß-Metaller, es ist passiert. Ob einer die Dose anstechen und dazu Party-Metal durchs Hirn jagen will (“Doct Met”, “Killer”, “Drei Tage blau”) oder den Stoff lieber gepflegt ins Glas füllt und sich auf die polit- und sozialkritischen Songs konzentriert (“Dadadiedadadadei”, “Kalaschnikov”) – bei diesem Album kommt ein Jeder kommt auf seine Kosten.
Auf dem im August erschienenen “Killeralbum” beweisen die Frankenjungs einen Killerinstinkt für Ohrwürmer und originelle Texte in einer ganz neuen Bandbreite. Etwas fade schmecken
lediglich “Drei Akkorde” und “Ich bin Dein”. Diese Titel können mit dem Niveau – ja, ich sage Niveau und fühle mich gut dabei – der anderen Songs nicht mithalten.
Auch die Spoken Word Comedy-Einlagen sind großes J.B.O. Kino: voll Kalauer, aber voll gut – besonders in diesem netten fränkischen Dialekt. Apropos, wer den nicht versteht, kann sich J.B.O. jetzt auch auf Englisch anhören. Die im Juli erschienene “Happy Metal Thunder” ist eine Art Best-Of, nur neu in Englisch eingesungen. Andererseits kann man auch einfach aufhören zu lesen, den Lautstärkeregler auf “Killer” stellen und sich für den 13. Dezember (Große Freiheit 36) warm-moschen. (ds)
