“Ein´ Whiskey, bitte. Ach wissen se was, machen se doch am besten gleich zwei …”

In Zeiten, wo einen manchmal die nackte Angst plagt, nicht den nächsten Hype zu verpassen, sind verlässliche Größen einfach beruhigend, empfehlenswert und geradezu wunderbar. So verhält es sich bspw. mit Mark Lanegan, über dessen Bedeutung und Werdegang man sicherlich hier keine weiter ausführenden Worte mehr verlieren muss. Der Mann ist schließlich sowas wie Kult. So genial wie eigenartig. So umtriebig wie distanziert, so gegenwärtig wie mystisch.

Für sein siebtes Solo-Album “Blues Funeral” (seit dem 3. Februar über 4AD), hat er sich wieder zur Band gemacht und dafür beinahe 8 Jahre Zeit gelassen, was bei der Vielzahl von Kollaboration, Projekten und Tourneen nicht verwunderlich ist. Für das 12 Songs umfassende neue Werk hat Lanegan u.a. seine Wegbegleiter und Kumpels Josh Homme, Greg Dulli und Dave Catching versammelt, die sich für den einen oder anderen feinen Beitrag verantwortlich zeigen. An den Reglern saß Alain Johannes, der in dieser guten Gesellschaft zudem praktischerweise auch gleich eine Vielzahl der Musikinstrumente einspielte.

Jack Irons, dessen Namen man in Zusammenhang mit den RHCP oder Pearl Jam gehört haben dürfte, trommelt sich dabei konstant durch das gesamte Album. Schon der erste Track “The Gravedigger´s Song” gibt im Prinzip die Marschroute vor. Wie bei dem 2004-er Album “Bubblegum”, das zugegebenermaßen vielleicht noch etwas besser, weil verstörender und rauer, ist, rumpelt, knarzt und blues-rockt es gern an allen Ecken und Enden. Auch aufgrund der erneuten Hinzunahme von herrlich schleppenden elektronischen Hilfsmitteln. Ein besonderes Händchen hatte Lanegan ja schon immer dafür, einem seine Songs direkt unter die Haut zu schicken. Das gelingt ihm auch auf “Blues Funeral” zweifellos. Wem “Bubblegum” gefiel, der darf also jetzt wieder beherzt zugreifen und muss sich (zum Glück) mit keinen Überraschungen auseinandersetzen. Anspieltipps, wenn es erlaubt ist, seien die Tracks 1, 5, 7, 8, 11.

An dieser Stelle sei noch gesagt und ans Herz gelegt, dass die famose Mark Lanegan Band am 15. März live zum Blues-Begräbnis bittet. Und zwar ins werte Hamburger Gruenspan. Als Support sind Creature with the Atom Brain mit an Bord. Natürlich ebenfalls gute alte Kollegen. Ladies and Gentlemen, we are happy to announce the return of the mighty Brummbär! (kw)

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