Unser heutiges Album dieser Woche zeichnet sich nicht durch besondere Innovation, aufgeblasene Sounds oder anderweitiges Brumborium aus. Nein, es dürfen auch die leisen Töne sein, die man vielleicht nicht gleich hört, sie aber nie wieder aus dem Kopf bekommt. Dies geschieht konstant seit 14 Jahren, 11 Alben, 3 EPs und etlichen Konzerten beim Hören von Kristofer Åström.

Diese Zuneigung hört auch nicht beim neuesten Album „From Eagle To Sparrow“ auf. Wieder streift der Schwede mit dem Blick in die Weite durch skandinavische Wälder, mit seiner Gitarre in der Hand und einer Mundharmonika in der Jeansjackentasche. Denn hier wird wieder der nach innen gekehrte Singer/Songwriter-Folk in den Mittelpunkt gerückt, in den meisten Songs auf das Wichtigste reduziert: Stimme, Text und Saitenzupfen. Manchmal sogar ganz ohne Stimme, wie in seinen seit einiger Zeit weitergeführten „Loupita“-Stücken. Wenn dann doch mal das Schlagzeug mit einsetzt, bleibt auch das reduziert.

Lagerfeuerromantik ist abgedroschen? Keineswegs, wenn Kristofer Åström dabei ist und von alter oder verlorener Liebe, Einsamkeit aber auch von Hoffnung singt. Nichts Neues, aber mag man die verlässlichen Momente, Menschen, Begebenheiten nicht am meisten? Und verlässlich ist und bleibt er. Und kehrt vom Ausflug ins rumpelige „Sinkadus“ und dem countryesken „Rainway Town“ mit „From Eagle To Sparrow“ wieder in die Gefilde eines „Northern Blues“ ein. Musik muss nicht auf den Putz hauen, nicht die von Kristofer Åström. Sie wächst, wird groß durch diese stillen ausatmenden Momente. So als ob man vom etwas anstrengenden Weg durchs Dickicht auf die grüne Waldlichtung stößt.

Wie all das live und mit Band klingt, davon kann man sich am 11. März im Knust überzeugen. (ms)

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