“Mit zusammengekniffenen Augen fixiert er die Straße. Seinen Hut hat er sich tief in die Stirn seiner sonnengebräunten Stirn gezogen. Mit einer Hand hält er das Lenkrad seines Autos, mit der anderen seine Zigarette, deren Rauch durch das offene Fenster mit dem Fahrtwind verschwindet.“ Damien Jurado (1. März / Haus 73) nimmt uns auf seinem neuesten Album „Maraqopa“ auf eine Reise in die Italo-Western der 70er Jahre und vollzieht schon mit seinem Opener „Nothing Is The News“ eine Hommage an die farbenprächtigen psychedelischen Desertrocknummern der damaligen Jahre.

Schon beim Vorgänger „Saint Bartlett“ arbeiteten der Produzenten Richard Swift und Damien Jurado zusammen und perfektionieren nun ihre Kollaboration mit Leone-Morricone-Charme. „Maraqopa“ kommt – ganz Jurado-like – ohne großen Pomp aus. Eher bestechen Songs wie das eintönig schöne „Life Away From The Garden“ durch einen Kinderchor oder der titelgebende Song durch im Hintergrund klingende gestrichene Drums. Wie die lange Straße die der Held in seinem alten Auto fährt, so gleichmäßig sind auch die Bewegungen in den Songs.

Einzig das hymnenhafte „Museum Of Flight“ nimmt hier eine neue aber durchaus passende Szene auf. Schwerelose Pianoklänge, die hoffnungsträchtige Stimme Jurados und der einfache Popsongaufbau, der an die besseren Zeiten von Coldplay erinnern lässt, lässt den Protagonisten des Kopfkinos eines Abends in einem Gasthof tanzen. Vielleicht mit der Tochter des alten Barmanns. Und am nächsten Morgen setzte er seinen Weg woauchimmerhin fort, mit der Morgensonne im Nacken und dem zusammengekniffenen Blick in die Ferne. „Freiheit“ haucht der Straßenheld leise in den Fahrtwind und während die Kamera aus der Abspannszene hinausgeht, läuft „Mountains Still Asleep“ von Damien Jurado. (ms)

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