Dieser Mann ist “nur” die eine Hälfte von Dan le Sac vs. Scroobius Pip. Warum das jedoch noch lange kein Grund ist, sein Solo-Konzert in unserer Stadt zu verpassen, hat Kai Winter mal mit dem Künstler erörtert.

Mr, Pip, zunächst mal die unumgängliche Frage: Wo ist Dan Le Sac? Und wann hattet ihr euch dazu entschieden, dass ihr für dein aktuelles Album nicht zusammenarbeiten werdet? Handelt es sich denn eigentlich hier lediglich um eine Pause oder um die Beendigung eurer gemeinschaftlichen Arbeit?

Nachdem wir 4 oder 5 Jahre im Prinzip immer zusammen an Songs geschrieben haben und auf Tour waren, fanden wir beide den Gedanken sehr erfrischend, dass jeder für sich zunächst ein mal an Solo-Projekten arbeitet, um dann daraus resultierend frischer und motivierter für das gemeinsame 3. Album wiederzukommen. Das wird dann auch voraussichtlich gegen Ende des Jahres so kommen. Dan arbeitet momentan an seinem Solo-Album, welches in einigen Monaten erscheint. Es gibt also mit Blick in die Zukunft durchaus gerade viel Erfreuliches zu berichten, auf das sich unsere Fans und Freunde freuen können.

“Distraction Pieces” ist im September 2011 erschienen. Mal abgesehen davon, dass Dan nicht auf dem Album dabei ist, inwieweit unterscheidet es sich von den vorigen Alben? Der Distraction-Sound klingt “heavier”. Es geht durch mehr Rock- und Punk-Rock Einflüsse doch deutlich mehr nach vorne, wie man hören kann. Siehst du das auch so?

Ja, das stimmt. Punk war eigentlich die Musikrichtung, mit der ich mich als erstes identifizieren konnte und die mich dadurch natürlich auch sehr geprägt hat. Deshalb wollte ich diese Einflüsse gerne in mein Album einbringen und die Zeit schien perfekt dafür. Außerdem habe ich früher in kleineren Punk- und Metal-Bands gespielt und auch daher war es natürlich eine besondere Freude, die “klassischen” Rock-Instrumente, live in mein Projekt einzubringen.

Auf dem Album hast du eine Vielzahl von musikalischen Gästen (u.a.. Sage Francis, Travis Barker, B. Dolan, Natasha Fox) um dich versammelt, die alle auf ihre Art einen spannenden Beitrag zum Album leisten. War es diesmal nicht mehr als je zuvor eine große Herausforderung, diese vielen Puzzleteile dann so zusammenzusetzen, dass am Ende auch ein logisches Gesamtbild deinen Vorstellungen entsprechend daraus entsteht?

Es hat einfach alles harmoniert und gepasst. Alle “Kollaborateure” haben sich perfekt eingefügt und grandiose Beiträge geliefert. Danny Lohner (Nine Inch Nails) hat neben Mila Jovovich auch Travis Barker (Blink 182) an Bord geholt. Das war schon eine im Positiven verrückte Kombination von unterschiedlichen Leuten. Erst hatte ich in der Tat ein paar Befürchtungen, dass sich das Album womöglich nicht nach einer stimmigen Einheit anhören könnte. Dank der großartigen Unterstützung von Worgie & Yila (haben das Album produziert, A.d.Red.) ist uns aber genau das am Ende zum Glück sehr gut gelungen. Und dadurch, dass wir B. Dolan in der Band mit auf Tour haben, kommt dieses Zusammenspiel auch auf der Bühne live bestens zum Vorschein.

Du stammst aus der Kleinstadt Standford-le-Hope, Essex. Wir würdest du mit drei Schlagworten deine Heimatstadt charakterisieren? Was macht die Stadt eventuell besonders, sofern sie das denn ist?

Das ist eine gute Frage. Standford-le-Hope ist ein eher ruhiger, wohl vergleichsweise eher langweiliger Ort. Die Stadt hat sicherlich hier und da ihre Probleme und Nachteile, aber ich habe dort bisher schon mein ganzes Leben gelebt, es ist also meine Heimat. Mir fallen aber dennoch nicht wirklich drei besondere Eigenschaften, die ich mit der Stadt in Verbindung bringen könnte… hahaha. Es gibt natürlich auch hier die obligatorischen Pubs. Obwohl ich die nicht gerade empfehlen kann, denn da geht es schon mal ziemlich rau zu. Das ist nicht so mein Ding. Hmm … ich merke gerade, dass ich meine Heimat hier wohl gerade nicht in den höchsten Tönen lobe, wie?!

Wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus, nachdem diese Tour abgeschlossen ist?

Nach dieser Tour starte ich mit meiner Band in die Festival-Saison. Anschließend setzte ich mich dann mit Dan Le Sac zusammen, um an unserem nächsten Album zu arbeiten. Es sieht also alles ganz gut und vielversprechend aus. Und ich werde mal wieder ziemlich beschäftigt sein.

Vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast! Wir freuen uns auf dein Konzert am 3. März in Hamburg (Uebel & Gefährlich | Turmzimmer) .

Wir verlosen für das Konzert 2×2 Gästelistenplätze. Mail bitte.

Interview: Kai Winter

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