Aufgepasst und zugehört! Dieser 24-jährige Engländer schreibt Popnummern, die andere gern schreiben würden. Wieder so ein Singer/Songwriter? Luke Leighfield ist mehr als das, zupft nicht müde und tieftraurig auf seiner Gitarre, sondern lässt sein Piano klingen, Chöre singen und scheut sich nicht davor, verzerrte Gitarren einzusetzen. Das war auch schon bei seinen drei Vorgängeralben so. Auf seinem neuesten Album „New Season“ (Stargazer Records / Broken Silence) perfektioniert er seinen eigenen Stil und bewegt sich zwischen gewaltigen Sounds, die nach Get Up Kids klingen und ruhigen Singer/Songwriter-Nummern, in denen seine Liebe zur Musik von Ben Folds, Coldplay und Mates Of State deutlich wird.

“New Season“ ist gespickt mit großartigen, mitreißenden Popnummern, die so frisch und ungestüm, aber gleichzeitig so berührend emotional und fesselnd sind, dass man sie nicht aus den Ohren und dem Kopf bekommt. Songs die so leichfüßig klingen, obwohl es in ihnen auch um schwere Zeiten und ernsthafte Themen geht: „When a good man dies and everyone around him is reduced to tears, it is difficult to see the sense, it is difficult to know why. When there’s food to eat but we still see people starving to death. Where have we gone so wrong? How can we hide away?” Leichtfüßig und warmherzig werden diese Songs, weil Luke Leighfield nicht im Schmerz badet und sich im Scheitern ausruht. Er sieht vorwärts, er weiß, dass bessere Zeiten kommen werden, dass man Geduld braucht: „So take this difficult season – let it burn you, let it fire you. And I’m still here – it hasn’t killed me so it’s made me stronger. So when these waves are breaking over my head, I’m gonna stand tall, unflinching, taking challenges as compliments, I’ll learn to live again.”

Geduld, bis das Wetter umschlägt, von eklig nassem Nieselwetter zu frühlingshaftem Sonnenschein: „Are you ready for a new season“ – fragt er im bombastischen „Garde Ta Foy“ und erwartet keine Antwort, sondern fordert damit heraus, schlechte Zeiten hinzunehmen aber nach vorn zu schauen, an sich zu glauben und es besser bzw. anders zu machen. Seine Musik wird dabei zu einem guten Begleiter, zu einem Freund, der einen manchmal in den Arsch tritt oder an die Hand nimmt und sagt „Keep your faith brother – you are where you’re meant to be, you are holding a sparkler but soon there’ll be a firework display. You cannot see it but this is all mapped out.” Das neue Album von Luke Leighfield wird aber nicht nur zum perfekten Begleiter für alle Lebenslagen und Veränderungen, sondern zeigt in allen DIY-Facetten die Liebe und Aufopferung, die hinter diesem Album und für die Ermöglichung dessen steckt. Und diese Liebe kann man vorbehaltlos zurückgeben, denn mit „New Season“ ist etwas entstanden, das man so schnell nicht vergessen wird. (ms)

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