Was darf man von einer Band halten, die sich schon via Bandnamen dem Publikum anbiedert? Eine ganze Menge! Denn die Frankenboys von The Audience haben mit dem deutschen Indiebiedermeier so rein gar nichts am Hut – laut Eigenaussage bewegt sich ihr Sound zwischen „minimalist“ und „loud“.

Wer nach weichgespültem Schmusepop sucht, wird also trotz des symbolischen Titels nicht auf The Audiences dritten Album „Hearts“ (VÖ am 6.4.) fündig. Balladen: Fehlanzeige. Dafür aber Songs wie Herz-Rhythmusstörungen, gekleidet in ein unruhiges Neowave-Gewand. Frontmann und Guy Garvey-Lookalike Bernd Pflaume, ausgestattet mit einer Stimme zwischen Ian Curtis und Kele Okereke, führt das Publikum zielsicher durch das zuckende Bassdrum-Orgel-Inferno, das seine Bandkollegen heraufbeschwören. Herzen in Aufruhr, Tanzbeine am Schwingen.

Und wo würde sich diese energetische Mischung besser praktizieren lassen, als beim Dirty Dancing Club im Molotow? Richtig: nirgends! Denn nur dort gibt es die schmutzige Dreieinigkeit aus Warmtanzen – Liveband bejubeln – Indiedancefloor zerlegen. Also am 13. April alle die Dancing Shoes anschnallen und hin da – solange noch niemand The Audience als die deutschen Bloc Party hochgeschrieben hat. Mit einem Album wie „Hearts“ im Gepäck kann das nämlich nicht mehr sehr lange auf sich warten lassen. (mm)

 

 

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