Als Kind der Neunziger kommt man fast nicht umhin, Ray Cokes wie einen Heiligen zu verehren. Erstens, weil er in Sachen popkulturelle Fernsehunterhaltung spätestens mit seiner MTV-Show “Most Wanted” Maßstäbe gesetzt hat. Zweitens, weil er einem quasi nebenbei die Liebenswürdigkeit der britisch-englischen Sprache und Landesbewohner eingeimpft hat. Absehen davon ist der Ray einfach ein großartiger und unfassbar lustiger Typ (neulich erst wieder bei on3 im Interview mit Captain Capa und bei Harald Schmidt im Late-Night-Talk unter Beweis gestellt).
Mit dem Niedergang der MTV-Kultur verschwand auch Mr. Cokes vom Bildschirm – von kurzen Gastspielen bei Arte mal abgesehen. Die Zeit ohne ihn war dementsprechend hart. Einigen unter uns ist der weise Mann der Popgeschichte aber vielleicht in den letzten Jahren beim Reeperbahn Festival begegnet – da ist er nämlich sozusagen als Einheizer im Einsatz. “Ray’s Reeperbahn Revue” eröffnet seit einigen Jahren fast schon traditionell im Schmidt Theater die gepflegte Abendunterhaltung an den Festivaltagen.
Jetzt ist Ray back, und wen wundert’s: mit einer eigenen Rock’n’Roll-Talkshow. Nicht etwa im Fernsehen drin, schon gar nicht online, sondern oldschool auf der klassischen Showbühne in reizenden Clubs. Am 23. Mai gastiert er in der Fabrik, wo er nicht nur eine eigene Bar auf der Bühne betreiben, sondern auch die Rezeption in seinem Gästehaus selbst schmeißen wird. Dazu gibt es natürlich Livemusik. Man darf gespannt sein!
Bisher unter den vom Meister himself handverlesenen Gästen in Hamburg sind Cäthe und Pohlmann, viele weitere werden sich hinzugesellen. Und jetzt kommt ihr ins Spiel: Wer sich für unterhaltsam und/oder talentiert genug hält, kann sich um einen Schlafplatz in Ray’s Guesthouse bewerben – und sich dem losen Mundwerk des Bizveteranen stellen. Wie das geht? Einfach von Ray erklären lassen und dann direkt auf der Facebook-Seite der Show bewerben. Bis zur Show am 23. Mai kann man gerne noch mal die alten, leiernden VHS-Tapes mit “MTV Most Wanted”-Aufzeichnungen einlegen (wahlweise, aber nur in Ausnahmefällen zulässig: Youtube anwerfen) und in Musikfernseh-Nostalgie schwelgen. (mmk)

Ein Kommentar
Ein Hinweis: Einsendeschluss für die Bewerbungen um den Schlafplatz war bereits der 11. April.
Aber das schmälert nicht den Unterhaltungs- und Faszinationsgehalt von Ray’s Guesthouse.