Wer Abschied nimmt, dem liegt die Seele schon mal schwer im Magen. Trotzdem oder eben deswegen bestellt er sich die Liebsten auf die Weide, lässt das Ergebnis von der buckligen Verwandtschaft filmen und “So ein Tag, so wunderschön wie heute” kam ja irgendwie auch noch nie zurück. “Hamburg brennt!” also an der “Endstation” und hinterlässt doch mittelfristig mehr die Asche, denn einen Phoenix.

Man kann das jetzt ähnlich kleinlich nennen, wie sich Pixelzähler hermachen über Blue-Ray-Auflösungserscheinungen und ihren scharfen Dauerständer am eingesetzten Kameraequipment reiben. Wehe dem, der da am Ende ausgewaschene Farben ausmacht, und sei es auch nur für Bruchteile von Sekunden. Man kann es also ähnlich erbsenzählerisch begreifen, wenn wir fragen “Hey, ein Abschiedskonzert inszenieren, Bahrenfeld abfackeln, Deichkind und Scooter einladen, Beginner reanimieren … sauber, so muss das! Aber warum ist diese (natürlich fantastische Show) eigentlich gar kein Abschied?”.

Was nämlich, wenn die DVD zum letzten gemeinsamen Abend dann im Frühjahr darauf ganz offensichtlich in erster Linie dazu dient, als Zündholz für ein paar weitere Festivaltermine 2012 der Jan Delayschen Disko No.1 vom Abstellgleis zu helfen. Nun, nehmen wir uns vielleicht mal nicht wichtiger als es sein muss und freuen wir uns einfach alle gemeinsam über diese spätsommerliche Kuh im aufgeregten Trab auf der Bahrenfelder Rennbahn. Dass die dann auch mal gemolken wird, bevor ihr der Euter platzt, liegt in der Natur der Sache. Auf neue Kälber aus der Werkstatt in Eimsbüttel freut sich trotzdem: Nörgeltasche (kel)

 

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