Das ist ja noch nicht ernsthaft lange her, dass wir Tiemo Hauer, Kindesmissbrauch und Sex mit der frisch definierten Ex in einen kochenden Topf warfen. Ende Oktober war das. Doch “Für den Moment” mal: Hier wird der nächste konsequente Schritt getan. Der nämlich, dass aus dem derangierten, kunstvoll verpeilten und latent auch mal unzuverlässigen Charakter in Windeseile ein (sicherlich immer noch entfesseltes) Erwachsensein erwächst, das trotzdem nicht am “abgehen” und buntem Krawall scheitert.

So kommt Tiemo Hauer aus der einen Richung in “Angestrahlt” im Geiste der “Hosen wie dieser” entgegen, nur um aus der Gegenrichtung weiterhin das eigene Profil mit rauer Stimme zum Klavier im Schatten der Rio-Reiser-Gedächtnispreise schärft. Die feindselige Zerrissenheit in “Letzter Akkord”, das “Mixtape”, die “Nachtgedanken” mögen auch mal ihre Balance zwischen Gefühlsklaviatur und Klischee verlieren. Peinlich sein muss uns Typen “Für den Moment” deswegen noch lange nicht. Und “Soundtrack langer Nächte” auf “Soundcheck meiner Angst” zu texten, soll auch erst mal einer nachmachen. HEUTE (13. Juni) bei Saturn in der Altstadt | 16. November im Uebel & Gefährlich. (kel)

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