Wer kennt Astrid North noch aus ihren scheinbar unbeschwerten Zeit als Sängerin der fluffigen Neunziger-Melange Cultured Pearls? Gut. Haken drunter. Denn auf “North” schlägt die Wahl-Berliner Interpretin einen riesigen Bogen weg von der grenzenlosen “Sing delí Sing”-Heiterkeit. Solo, bzw. mit neuen Musikern im breiten Rücken, schleppt sich das Album anfangs unerwartet tonnenschwer, düster, makaber und zusehends introspektiv von Stück zu Stück. Nimmt sich Pausen, atmet tief durch, braucht reichlich Bass und fragt an keiner Stelle ernsthaft nach Sonnenschein.
Mittendrin das nun wirklich unverwechselbare Organ einer selbstbewussten Astrid North, dem hier und da noch Miss Platnum am Mischerplatz zu nur noch mehr Seele verhalf. Wer den seit jeher in Hamburg gerne gesehenen Gast erleben möchte, muss derzeit allerdings nach (wir verkneifen uns an dieser Stelle ein naheliegendes Wortspiel) Norderney in die Jugendherberge ausfliegen. Dort gastiert die “Schwerenöterin” am 25. August zusammen mit Johannes Strate und Wingenfelder:Wingenfelder (Ex-Fury in the Slaughterhouse). (kel) Edit: Astrid North wurde für das Reeperbahn Festival bestätigt.
