Freitag, Juni 18

Album der Woche? Alben der Woche!

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Gewöhnlich stellen wir hier jeden Freitag eine Platte vor. Ein Album der Woche. Heute nicht. Weil es heute mehr gibt. Heute erscheinen die Alben der Woche. „Guilty Guilty“ von Pilot To Gunner UND die „Santa Muerte Live Tapes” von den Broilers UND “London” von Apologies, I Have None.

Guilty Guilty“ ist nicht nur das erste Werk der New Yorker Indiehelden seit acht langen Jahren, es ist auch ihr Arctic Rodeo-Debüt und ganz nebenbei ein wahres IndieEmoPostCore-Meisterwerk geworden. Denn dieses Ding – von J Robbins (Sänger und Gitarrist von Jawbox und Burning Airlines, Produzent von unter anderen The Promise Ring, Braid, Jets To Brazil, Texas Is the Reason oder Retisonic) produziert – kickt einfach mal von Anfang bis Ende und enthält so ziemlich alles, was man sich nur wünschen kann. Ungemein verspieltes Liedgut wie „Let’s Do It Again“ oder „All The Light“ nämlich, punkige Ausflüge in Richtung Samian, trockene Brocken, die an Helmet erinnern, und Sachen, die schon fast Hardcore sind („Execution Stylist“).

Es gibt die ganz großen Hymnen wie „We Die Today“ und eher ruhige Momente wie „If We Make It Back East“. Und immer, immer, immer reißen die New Yorker uns damit mit, nehmen uns auf eine Reise in die Vergangenheit, ohne alt zu klingen, und erklären uns den Rock N Roll, ohne altklug zu wirken. Sondern einfach nur klug. Und clever und kreativ und neugierig. Bitte mal „LAdownloaden und „We Die Today“ hören. Und dann in den Laden oder Onlineshop gehen dieses wundervolle Album kaufen.

Und wenn man schon dabei ist: Santa Muerte Live Tapes” bitte gleich mitnehmen. Weil wir es hier mit dem vermutlich besten Live-Album aller Zeiten zu tun haben. Klingt krass und ist es auch. Denn es ist der Wahnsinn, was die Broilers hier abliefern. 30 Songs von ganz früher bis ganz heute und nicht ein Ausfall dazwischen. Den Großteil bilden natürlich die atuellen Meisterwerke und „Vanitas“-Kracher wie „Harter Weg (Go!)“, „Tanzt Du noch einmal mit mir?“, „Alles was ich tat“, „Ruby Light & Dark“, „Meine Sache“, „33 Rpm“, „Weckt die Toten“, „Wie weit wir gehen“ oder „Held in unser Mitte“.

Doch die Düsseldorfer hauen hier auch manch frühen Song raus und die klingen 2012 besser denn je. „Paul der Hooligan“ und so, „In 80 Tagen um die Welt“, „(Ich Bin) Bei Dir“ oder – wunderbar! – „Ich sah kein Licht“. Und das alles zusammen und dann noch gepaart mit dem fast schon perfekten Live-Sound, mit den aufregenden Atmosphären und der spürbaren Euphorie auf und vor der Bühne, mit dem Slime-Cover „Zusammen“ und dem traditionellen „Cigarettes And Whiskey“ macht das einfach das vermutlich beste Live-Album aller Zeiten.

Bleiben wir bei den Superlativen und stellen “London” von Apologies, I Have None mal zur Wahl zum besten Debüts aller Zeiten. Übertrieben vielleicht, aber passt so schön. Sicher ist, dass dieses Ding absolut fantastisch ist. Und unendlich hörbar. Gerade mal einen ganzen lange Tag komplett gehört und gemerkt: mit jedem Durchlauf werden die Jungs besser. Und das ist nicht unheimlich, sondern einfach unheimlich gut.  Doch auch nach Stunden der Beschallung ist nicht so ganz klar, was die Briten hier überhaupt machen. Irgendwie ist das Punk und Punk mit Pop und Rotz und hier und da schimmern Anti-Flag durch, ein bisschen Against Me! und vielleicht Broadway Calls oder Frank Turner. Doch am Ende stimmt nichts und alles und Apologies, I Have None machen einfach nur glücklich. Mit mitreißenden Hymnem, mit verspielten Rocksongs, mit folkigen Balladen, mit starken Punknummern und mit Hits wie diesem:

Besonders schön: Apologies, I Have None kommen auf Tour und spielen am 3. Oktober im Hafenklang. Hach. (mf)

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