Würde man mal alles nebeneinander stellen, was an Musikalischem angeblich aus der Hölle kommt, dann reichte eine irdische Lagerhalle nicht aus. Die Hölle muss eine echte Band-Talentschmiede sein. Was in der Technologie “Made in Germany” ist, ist im Headbanger-Gewerbe “Made in Hell”. In unserem konkreten Fall ist die Hölle auf Teneriffa. Dort steht das bandeigene Studio von Helloween, in dessen Feuern ihr neues Prachtstück “Straight Out Of Hell” geschmiedet wurde. (Mal ehrlich. “Straight out of Teneriffa” würde ja auch wenig “true” klingen.)
Aber zur Sache: Wenn ich Prachtstück sage, dann ist das kein Sarkasmus. Dieses 14. Studioalbum der Power-Metaller ist wirklich verdammt gut geraten! Es knüpft dabei nicht an die aggressive Endzeit-Stimmung seines Vorgängers “7 Sinners” (2010) an, sondern schlägt eher einen Bogen zum Vor-Vorgänger “Gambling with the Devil” (2007).
So sehr der Power-Metal mit all seinen musikalischen Klischees auch polarisiert, so gut gelingt es Helloween – mal wieder – die Klischee-Elemente in sehr abwechslungsreiche Songs zu verpacken und sie dem Hörer mit höllischem Druck um die Ohren zu hauen. Zusammen mit dem hohen musikalischen Niveau ergibt das ein Package, das man lieben kann, ohne Power-Metal-Fan per se zu sein. Melodische Uptempo-Gewitter wechseln sich mit schwer-riffenden Midtempo-Nummern ab und fast jeder Song macht Spaß. “Asshole” fällt ein bisschen ab. Und die Ballade “Hold me in your arms” legt die Vermutung nahe, dass es in der Hölle vielleicht doch irgendwo eine Folterkammer gibt.
Mit “I Wanna Be God” haben sie jedenfalls den perfekten Mitgröhler geschaffen. Wetten, das wird der Live-Opener, der dann direkt in den Titeltrack “Straight out of Hell” übergeht? Wir werden’s sehen, am 18. April im Docks. Tickets gibts hier, präsentieren tut Concert News. (ds)
