Es ist schon mal eine These, die der 1live-Moderator jüngst über Everything Everything aufstellte: Die ehemalige Studenten der Musikwissenschaft würden in Britannien demnach ja zu vogelfreien Experimenten neigen und dabei hauptsächlich ihrem Bauchgefühl folgen. Das kann man so vermuten, muss man aber nicht. Dass “Arc” nun stattdessen ein in sich verkopftes Konstrukt geworden ist, ohne Spielplatz für die kleinen Racker, lässt sich allerdings auch nicht über die volle Albumlänge als Argument verkaufen.
Und genau an diesem Punkt liegt ja vielleicht das Pop-Wunder “Arc” begraben, dem in Kürze nicht nur Muse-Jünger reihenweise verfallen dürften. “Arschtritt-Pop” nannte es der Kollege und streute ein paar passende Attribute gratis ein. Everything Everything betrachten von außen die Pforte zum Größenwahn, zelebrieren kunstvoll ausstaffierten Anspruch, der gerade noch auf kleine Bühnen passt, ignorieren zuletzt en voguen Queen-Schmock ganz gelassen und verheddern sich nicht für einen winzigen Augenblick in Nebensächlichkeiten. Und wir jetzt mal aus dem Bauch: nächstes großes Ding, das. 2. März | Molotow. (kel)
