Ticket-Hotline: 040-343044 (Theaterkasse Schumacher)

SUCHE  

Album der Woche: Navel

Waren das nicht? Ja, das waren sie. Und sind es nur noch ab und zu. Navel, die einstigen Lärmemonster aus der Schweiz fahren auf ihrem neuen Silberling eine bis zwei Spuren runter – und klingen trotzdem oder gerade deshalb weiterhin fantastisch. Und vielleicht sogar besser denn je.

Die Besetzung hat sich mal wieder geändert und mit ihr auch der Sound. Der jetzt auch schon zwei Jahre alte Vorgänger „Neo Noir“ begeisterte mit Blues und Punk und Noise und Lärm. Doch das alles kommt auf „Loverboy“ (erscheint heute, erneut auf Nois-O-Lution) nicht mehr so häufig zum Vorschein. Lieber und öfter widmen sich Navel jetzt auch mal den sanften Klängen, wie man sie ein bisschen von den Beatles und ein bisschen von den Doors kennt oder wie sie auch Bands wie The Caesars oder The Verve mal gemacht haben. Eben ein bisschen verträumt, ein bisschen psychedelisch, ein bisschen blumiger und im besten Sinne poppiger – und trotzdem niemals glatt oder gar sauber. Das sind dann beeindruckend schöne und einfach mal saustarke Lieder wie der Titeltrack (hier klicken und Song hören), der Opener „Cold Blood“, wie das hippieeske „The Sweetest Song“ oder auch „The Sun For Me“ – die allerdings niemals wie ein Lied von den Beatles, den Doors, Caesars oder The Verve klingen.

Alleine wegen dieser Nummern wäre „Loverboy“ schon super und ein würdiges Album der Woche. Doch Navel setzen noch einen drauf und mehr. Schroffes Zeug wie „Hollow Sky“,  Britrockiges wie „Barrels Of Love“ und Arschtreter wie „Shine On“ nämlich sorgt für dreckige laute, lärmende Abwechslung und eine hochgradig spannende und tatsächlich niemals langweilige neue Navel-Scheibe. Hochgradig spannend und niemals langweilig dürfte es auch am 14. Februar werden, wenn Navel im Hafenklang auftreten. Pflichttermin. Pflichtplatte. (mf)