Die, die ursprünglich die neue Platte von den kanadischen Schwestern Tegan and Sara in die Hände bekommen hat, fand keine Worte für deren neues Werk, wusste aber, wer welche finden würde. Nämlich zwei große Fans und heutige Gastrezensenten. Here we go:
Ein Hochverrat am Independenttum erschüttert ab dem heutigen 08. Februar unsere Gehörgänge. Tegan and Sara präsentieren sich auf ihrem kommenden Album “Heartthrob” in einem neuen, eher aufpolierten und emotionslosen Soundgewand.
Die fast jedes Lied untermalenden elektronischen Beats wirken untypisch und unauthentisch, eher wie lieblos aus dem Ärmel geschüttelt und machen ziemlich schnell klar, dass das Album massentauglich ausgerichtet ist. Unterstützt von hochkarätigen Größen wie Bassist Justin Meldal-Johnsen (Pink, Nine Inch Nails, …) und Producer Mike Elizondo (Eminem, Nelly Furtado, …) entschieden sich die Zwillingsschwestern erstmalig zum gemeinsamen Co-Writing und geben die Unverwechselbarkeit ihrer Songs auf.
Ihre Stimmen bleiben das einzig Vertraute inmitten ihres belanglosen Einheitsbreis. Falls man gewohnt quirlig-emotionale Songs wie von früheren Alben wie “The Con” erwartet, wird man hier bitter enttäuscht und eher von gefällig, Katy Perry-esquen Popnummern begrüßt. Dieser Trend hatte sich schon beim Vorgänger-Album “Sainthood” leicht bemerkbar gemacht, allerdings waren dort immer noch die vertrauten Ecken und Kanten klar herauszuhören, die bei “Heartthrob” jedoch letztendlich erbarmungslos wegpoliert wurden.
Fest steht, dass “Heartthrob” zu denjenigen Alben gehört, die beliebig ins Ohr gehen und sich schnell verflüchtigen, der perfekte Abschied aus der Indiewelt. Waren doch einst ihre Indie-Folk-Pop Gitarren-Hymnen Garant für ihren Sound, passen sich Tegan and Sara nun dem Mainstream an und riskieren, dass das wahre Fan-Herz aufhört zu schlagen. (Gastkriteusen: Sarah Hamann und Finnja Kirsch)

Ein Kommentar
Ich hätte es wohl zusammengefasst mit: “Nein, ich mag kein Katy Perry, auch kein Kelly Clarkson. Also mag ich die neue Tegan and Sara auch nicht. Entwickeln ist ok, nur die “richtige” Richtung ist wichtig. Das “richtig” bleibt hier für mich indiskutabel”!!!