“Mischievous Moon” hat noch nicht sehr viele Momente auf der Uhr und man möchte schon leise “Tous les garí§ons et les filles”
von Francoise Hardy mitsingen. Das ist natürlich nur ein spontaner Reflex und hat auch nur am Rande mit der Kanadierin Jill Barber zu tun. Oder? Herzlich willkommen, Dunkelheit, die jeden Raum bis unter das Dach füllt. Herzlich willkommen, Sehnsucht, die leise in allen Ecken kleine Lichter entzündet, die so fragil glimmen, dass ein versehentlich zu laut angeschlagener Ton vom Barpianisten sie auszulöschen drohte.
“Geben Sie dem Mann am Klavier noch ein Bier”-Attitüde würde indes hier schon am dezent zu Werke gehenden Türsteher samt scheitern. Drinnen unter dem “Mischievous Moon” seidenes AbendkleidTüTü, sogar ein nonchalanter Song von Ron Sexsmith und die schönsten Trompeten seit Herb Alpert. Jill Barber schlüpft dabei in gerade eben so wenig Doris Day-Manierismen, wie eben nötig, fingerschnippt sich galant durch maßgeschneiderte und opulente Arrangements aus Flötgelöt, Saxophon und Streicherbutter und findet noch die nötige Zeit für einen wirklich guten Friseur. Die en voguen Ringe unter den Augen hängen hier jedenfalls noch am Ohrläppchen. 3. März | Stage Club (kel)
