Patrick Richardt eine Neuentdeckung zu schimpfen wäre untertrieben. Die war es schon im vergangenen Jahr, als das frühere Oh, Napoleon-Mitglied plötzlich ziemlich unangekündigt vor Thees Uhlmann an den Große Freiheit 36-Abenden auf der großen Bühne stand. Patrick … wer? Und dann Stücke wie “Wir segeln” oder “Ade, ade” (das sich für Sekundenbruchteile bei Keith Caputos legendärem “Razzberry Mockery” bedient), die mal ad hoc bis heute (!) hängenblieben.
Als stünde da keine gefühlt zusammengewürfelte Packung Befindlichkeitsmusik auf der Bühne, sondern ein Künstler, der schon längst zwischen Bendzko, Reiser, Stoppok und Bosse seinen IndiePopRocker-Platz gefunden hat. Fressen wir “So, wie nach Kriegen” also einfach aus der ausgestreckten Hand. Gut, jetzt haben wir Reiser und Krieg in einem Atemzug genannt. Wieso ist das hier aber trotzdem keine Hippiekacke? Weil, der Kenner hat es schon erraten, mitnichten die UN-Charta auf der Speisekarte steht, sondern vielmehr das Frühstück im Morgenlicht “danach”, verbrannte Erde höchstens in der Magengrube Narben hinterlässt und “Wie konnte das nur geschehen” gleich mehrmals als Untertitel herhalten könnte. Fabelhaft. Endlich wieder eine Platte zum mitbringen und hinterher da lassen, Jungs. 11. April | Popsalon Osnabrück. (kel)
