Eine unheilige Dreifaltigkeit war das: Yazoo, Alsison Moyet und die Achtziger mal sowieso an sich. Wer erinnert sich nicht an das dramatische KannNichtMitOhneDirLeben-Video “Invisible” und überhaupt all die unterkühlten Romanzen der damaligen Zeitgenossenschaft? Wir könnten jetzt ewig erzählen. Angesichts des neuen Albums “The Minutes” sollten wir das auch noch einmal überdenken.
Denn der Stimme für Millionen von dereinst fehlt heute schlicht und ergreifend das adäquate Songmaterial. So schleppt sich “The Minutes”, abgesehen vom fluffigen “Right as rain”, leider Sekunde für Sekunde vor sich hin, bleibt an industriellen Fabriktoren unentschlossen stehen, erstickt Pop-Flammen oft schon im Ansatz und findet auch nicht richtig Zugang in die angesagteren Clubs. Dabei scheinen Alsison Moyet und Produzent Guy Sigsworth (Björk, Goldie, Madonna) eigentlich gleich mehrere Male kurz davor zu verharren, nur um den entscheidenden Kick dann doch irgendwie mit dem Schienbein zu spielen. Wie schade das ist. 24. September | Große Freiheit 36 (kel)
